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Mineralische Dämmstoffe für guten Brandschutz

Verschiedene Gesteinssorten Mineralien als Grundlage für Dämmstoffe | © Grafvision / fotolia.com

Unter mineralischen Dämmstoffen versteht man alle Materialien, die weder organisch noch metallisch sind - also zum Beispiel Steinwolle und Glaswolle.

Entscheiden Sie sich für diese Material-Art, wenn Sie eine maximale Brandsicherheit innerhalb Ihrer Isolation haben möchten. Mit Produkten aus Mineralwolle setzen Sie auf bewährte Dämmstoffe, die nicht brennbar und zudem vergleichsweise günstig sind. Die Anwendungsbereiche sind vor allem Dachdämmung, Innendämmung und Kompaktfassaden.

Inhalt

1. Allgemeines 4. Hersteller & Produkte
2. Vorteile & Nachteile 5. Fazit & Empfehlung
3. Vergleich
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Über mineralische Dämmstoffe in der Schweiz

Mineralische Dämmstoffe sind im Regelfall anorganisch und nicht metallisch. Im Kern hat man es hier wie bei organischen Materialien auch mit einem «natürlichen Dämmstoff» zu tun, allerdings wird diese Definition nur selten genutzt.

Die wichtigste Eigenschaft, die viele mineralische Dämmstoffe im Bauwesen bis heute unverzichtbar macht, ist ihre Nichtbrennbarkeit. Während das Brandverhalten eines Dämmaterials in kleineren Häusern eher vernachlässigt werden kann, müssen höhere Gebäude gemäss der Brandschutzrichtlinien mindestens mit einem sogenannten Brandriegel aus Mineralwolle versehen werden.

Der wohl bekannteste Vertreter der mineralischen Dämmstoffe ist die Glaswolle - hellgelbe Matten, die hauptsächlich im Dach oder an der Fassade zur Dämmung eingesetzt werden. Auch Steinwolle ist eine gängige mineralische Dämmung - zum Beispiel im Dach oder in Trockenbauwänden. 


Vorteile und Nachteile mineralischer Dämmstoffe

Bild: Zwischensparren-Dämmung Glaswolle als bekannte mineralische Dämmung | © LianeM / fotolia.com

Der grösste Vorteil von mineralischen Dämmstoffen ist wie bereits erwähnt die Nichtbrennbarkeit. Hierzu wäre noch zu erwähnen, dass diese Eigenschaft nicht erst durch viele chemische Zusätze erreicht wird, sondern in den Grundmaterialien bereits angelegt ist. Unterschieden wird zwischen den Brandschutzklassen A1 (nicht brennbar ohne brennbare Bestandteile) und A2 (nicht brennbar mit brennbaren Bestandteilen).

Ebenfalls positiv sind die vielerorts kurzen Transportwege, die sich mit dem vergleichsweise geringen Primärenergiebedarf bei der Herstellung gut auf die Ökobilanz auswirken. Dazu kommt die Möglichkeit der Wiederverwertung alter Mineral-Dämmstoffe (Recycling). Diese Tatsache wird selten so kommuniziert, aber mit ihren vorteilhaften Eigenschaften sind viele mineralische Dämmstoffe per Definition häufig näher am Ideal eines «natürlichen Dämmstoffs» als manch organisches Material.

Trotzdem gibt es auch Nachteile, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Ein Nachteil ist beispielsweise die nur mittelmässige Wärmespeicherkapazität, sodass sich thermische Einflüsse von ausserhalb der Dämmung schneller bemerkbar machen. Wärme aus dem Innenraum kann nicht so lang gehalten werden und von aussen dringt mehr Hitze ein als z. B. bei synthetischen Dämmstoffen.

Vorteile Nachteile
nicht brennbar
(Brandschutzklasse A1/A2)
Wärmespeicherkapazität nur mittelmässig
vergleichsweise günstig
gute Ökobilanz durch kurze Transportwege und geringen Energiebedarf im Herstellungsprozess

Recycling-Aspekte und Entsorgung

Eine besondere Rolle kommt mineralischen Dämmstoffen beim Stichwort Recycling zu. Sie können nämlich sowohl aus Recycling-Material gerfertigt als auch selbst wiederverwertet werden. So bestehen manche Glaswolle-Produkte beispielsweise zu einem Teil aus Altglas. Alte Steinwolle-Platten oder Verschnitt-Teile können zu neuen Steinwolle-Produkten verarbeitet werden. Auch wenn der Energieaufwand bei der Herstellung hoch ist, kommt dadurch die Ökobilanz wieder mehr ins Gleichgewicht.

Die Entsorgung alter Mineralwolle-Dämmungen ist grundsätzlich unproblematisch. Nach Erkenntnissen einer 2016 vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Auftrag gegebenen Studie können lediglich «Fasern der älteren Generation Glaswollen (vor 1995)» krebserregende Stoffe freisetzen und müssen deshalb auf einer Deponie entsorgt werden.

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Mineralische Dämmstoff-Arten im Vergleich

Bild: Verschiedene Mineralwollen Mineralwolle ist verbreitet | © FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e. V.

Zu den wichtigsten und bekanntesten mineralischen Dämmstoffen zählen seit jeher Varianten der Mineralwolle wie Steinwolle und Glaswolle. Ausserdem verbreitet: Kalziumsilikat und Mineralschaum. Die Eigenschaften der am häufigsten verwendeten mineralischen Materialien Sie in der untenstehenden Tabelle im Überblick.

Zu Ihrer Information: Eine wichtige Eigenschaft von Dämmstoffen ist die Wärmeleitfähigkeit. Sie gibt an, wie schnell sich Wärme im Material verteilen - oder aber aus ihr heraus verlorengehen kann. Je geringer der Wert, desto langsamer. Die Wärmespeicherkapazität wiederum ist ein Indikator dafür, wieviel Wärme ein Stoff überhaupt aufnehmen kann. Je höher der zugehörige Wert, desto mehr. Ein idealer Dämmstoff hätte also eine möglichst geringe Wärmeleitfähigkeit bei gleichzeitig grosser Wärmespeicherkapazität.

Unter Feuchtigkeitsregulierung versteht man die Fähigkeit eines Dämmmaterials, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Das ist insbesondere wichtig, damit sich keine Nässe staut und Schimmel entsteht. Bei Mineralwolle ist die Feuchtigkeitsregulierung schlecht, wobei dazu gesagt werden muss, dass sie Feuchtigkeit abweist und dadurch schimmelresistent ist. Der Hitzeschutz beschreibt die Eigenschaft eines Materials, Hitze im Sommer abzuhalten. Je besser er ist, desto weniger heizt die Sonne das Gebäudeinnere auf.

Weitere Definitionen von Fachbegriffen und Informationen zur Bedeutung der einzelnen Werte lesen Sie auch in unserer umfangreichen Dämmstoff-Übersicht.

DämmstoffWärmeleitfähigkeitWärmespeicherkapazitätFeuchtigkeitsregulierungHitzeschutz
Steinwolle mittel
0.044 - 0.050 W/(mK)
mittel
840 J/(kg·K)
schlecht mittel
Glaswolle mittel
0.044 - 0.050 W/(mK)
mittel - gut
840-1'000 J/(kg·K)
schlecht mittel
Kalziumsilikat schlecht
0.050 - 0.070 W/(mK)
gut
1'000 J/(kg·K)
gut mittel
Mineralschaum schlecht
0.054 W/(mK)
gut
1'300 J/(kg·K)
gut mittel
Perlit schlecht
0.070 W/(mK)
gut
1'000 J/(kg·K)
gut gut

Zum Vergleich die Werte jeweils eines organischen und synthetischen Dämmstoffs:

DämmstoffWärmeleitfähigkeitWärmespeicherkapazitätFeuchtigkeits-RegulierungBrandschutzHitzeschutz
Holzfaser mittel
0.046 - 0.048 W/(mK)
sehr gut - exzellent
2'000 - 2'100 J/(kg·K)
gut normal
(B2)
gut
EPS mittel
0.042 - 0.050 W/(mK)
gut
1'400 - 1'500 J/(kg·K)
gut gut
(B1)
gut

Quellen Stoffeigenschaften: Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), baunetzwissen.de, Stand: Dezember 2018 

Praxisnah und häufig genutzt (Schweiz)

Am häufigsten werden heute Steinwolle, Glaswolle, Kalziumsilikat und Mineralschaum für die Gebäudeisolation verwendet. Die Anwendungsbereiche sind jedoch individuell unterschiedlich, weil jedes Material mal mehr, mal weniger geeignet ist.

Steinwolle-Dämmung

Bild: Steinwolleplatte im Querschnitt Steinwolleplatte im Querschnitt | © Energieheld

Steinwolle und Glaswolle sind die gängigsten mineralischen Dämmstoffe. Steinwolle-Dämmungen gibt es als flexible Matte oder als Dämmplatte. Steinwolle ist besonders für Dachdämmungen und im Trockenbau geeignet.

Bei der Produktion von Steinwolle werden verschiedene Steinarten eingeschmolzen und dann zu Fasern zerkleinert. Die daraus gepressten Platten haben anschliessend eine gelbgrün bis graugrüne Färbung.

Ihre Beschaffenheit sorgt dafür, dass Steinwolle wasserabweisend und resistent gegen Feuchtigkeitsschäden wie Schimmel ist. Ausserdem verfügt sie über besser Schallschutzeigenschaften als die Alternative Glaswolle.

Dämmung mit Glaswolle

Bild: Dämmmatten aus Glaswolle Dämmung aus Glaswolle | © Kzenon / fotolia.de

Auch Glaswolle ist ein bewährtes mineralisches Dämmmaterial. Im Dach ist sie der gängigste mineralische Dämmstoff - zum Beispiel als Matte oder Dämmplatte. Die Vorteile: Glaswolle ist ebenfalls nicht brennbar und zudem sehr günstig.

In Sachen Struktur und Aufbau ist die Glaswolle der Steinwolle sehr ähnlich. Allerdings ist sie leichter als Steinwolle und lässt sich auch besser verklemmen - zum Beispiel zwischen den Dachsparren.

Kalziumsilikat

Ebenfalls häufig genutzt werden Platten aus Kalziumsilikat. Sie kommen hauptsächlich bei Innendämmungen und Schimmelproblemen zum Einsatz, weil sie über eine gute Feuchtigkeitsregulierung verfügen. 

Mineralschaumplatten

Mineralschaumplatten werden aus Stoffen wie Kalk, Sand und Zement hergestellt. Es handelt sich bei ihnen um umweltfreundliche und bewährte Dämmprodukte mit guter Feuchtigkeitsregulierung und hohem Brandschutz - eingesetzt häufig bei der Innendämmung oder der Kompaktfassade als Variante der Aussendämmung.

Die Materialpreise für mineralische Dämmungen variieren je nach Rohstoff und nochmals zwischen den konkreten Produkten. So ist beispielsweise - für eine Dämmung nach Minergiestandard (U-Wert 0.15 W/(m²K)) - eine 22 Zentimeter dicke Glaswolledämmplatte ab CHF 50.– pro Quadratmeter (ohne Montage) erhältlich, eine 6 Zentimeter stärkere Mineralschaumplatte kostet aber schon mehr als CHF 111.– pro Quadratmeter. Mit Abstand am teuersten sind Produkte aus Kalziumsilikat.

DämmstoffEinsatzbereichBeispielproduktbenötigte Stärke*Listenpreis*
Steinwolle praktisch überall; besonders Dachdämmung, Dämmung im Trockenbau Swisspor ROC Typ 3 Steinwolleplatte 22 cm 52.80 CHF/m²
Glaswolle praktisch überall; besonders Dachdämmung, Holzbau Isover Isotherm 035 Steildachdämmplatte 22 cm 50.10 CHF/m²
Kalziumsilikat Innendämmung, bei Schimmelproblemen
HAGA KlimaPlus Calciumplatte 40 cm 626.40 CHF/m²
Mineralschaum Innendämmung, Aussendämmung (Kompaktfassade)
HAGA Mineralschaumplatte Rosa Spezial für Innen 28 cm 111.30 CHF/m²
Perlit Innendämmung, Kerndämmung per Einblasverfahren Sto-Perlite-Innendämmplatte 045 28 cm 110.88 CHF/m²

*) Dämmstärke und Materialkosten exkl. MwSt (ohne Einbau), um eine Gesamt-Dämmung nach Minergie-Standard (U-Wert von 0.15 W/(m²K) ) zu erreichen; Quellen: Preislisten 2018 Swisspor AG, HAGA AG Naturbaustoffe, Sto AG, Saint-Gobain Isover AG

Sonderformen

Eine Sonderform der mineralischen Dämmungen stellt Perlit dar. Dabei handelt es sich um ein vulkanisches Glas, das in einem thermischen Prozess stark aufgebläht wird, sodass ein Granulat entsteht. Perlit hat ein grundsätzlich sehr breites Anwendungsfeld. Es kann entweder eingeblasen werden oder zu Perlit-Dämmplatten weiterverarbeitet werden, die dann hauptsächlich bei der Innendämmung zum Einsatz kommen.

Der Vorteil: Perlit ist von Natur aus unempfindlich gegenüber Schimmelpilzsporen. Granulat und Platten sind schadstofffrei und können vollständig recyclet werden. Perlit-Dämmmaterialien sind zudem nicht brennbar. Die Wärmeleitfähigkeit ist mit 0.070 W/(mK) allerdings vergleichsweise schlecht und auch der Preis ist ungefähr doppelt so hoch wie bei Mineralwolleplatten.

Asbest in Dämmstoffen

Bei mineralischen Dämmungen liegt das Augenmerk immer auch auf Asbest. In der Schweiz ist Asbest zwar bereits seit 1989 in der weitgehend verboten worden, doch ist es vor allem in vielen älteren Dämmungen auch heute noch immer vorzufinden. Verbaut wurde es, weil es seinerzeit über viele praktische Eigenschaften verfügte. Inzwischen ist klar, dass Asbest-Partikel, wenn Sie eingeatmet werden, das Krebsrisiko erheblich erhöhen.

Dabei gilt aber: Solang sich der Stoff innerhalb einer geschlossenen Dämmplatte befindet, ist er vergleichsweise unbedenklich. Akute Gesundheitsgefahr besteht erst, wenn gebundener Asbest bei Abrissarbeiten in Form von Feinstaub freigesetzt wird.

Für die Sanierung alter Gebäude, bei denen Wärmedämmung mit Asbest-Bestandteilen verbaut ist, muss deshalb ein Fachbetrieb für Asbestsanierung hinzugezogen werden. Falls unsere Energieheld-Partner z. B. im Rahmen der Gesamtsanierung oder eines Austauschs der Wärmedämmung bedenkliches Material bei Ihnen vorfinden, werden sie dieses sorgfältig nach den geltenden Weisungen entfernen.

Wunsch-Dämmstoff für die Sanierung

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Einsatzbereiche für mineralische Dämmstoffe

Mineralische Dämmstoffe eignen sich vor allem für den Einsatz als Dachisolation und Fassadendämmung. Wenn Sie Ihr Dach dämmen wollen, bietet sich die Wahl von Steinwolle oder Glaswolle an. Sie haben dann ein feuerfestes Material, das zudem günstiger ist als manch organischer Dämmstoff.

Wenn Sie mit Schimmel im Haus zu kämpfen haben und eine Nachdämmung ausführen lassen wollen, greifen Sie auf Kalziumsilikatplatten zurück. Innerhalb der mineralischen Dämmstoffe verfügen diese über eine vergleichsweise sehr gute Feuchtigkeitsregulierung, sodass sich nicht erneut Wasser im Dämmmaterial sammeln und zu Schimmelbildung führen kann. Für die Aussendämmung in Form einer Kompaktfassade sind aufgrund ihrer Beschaffenheiten Mineralschaumplatten gut geeignet.

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Bekannte Hersteller und Produkte

Es gibt eine Vielzahl von Herstellern von mineralischen Wärmedämmungen. Eine Übersicht der bekanntesten Unternehmen und ihrer Produkte in der Schweiz:

HerstellerFirmensitzProduktreiheMaterial
Flumroc Flums Flumroc-Dämmplatten
Steinwolle
Isover Lucens Isotherm, Isocompact (Dämmplatten) Glaswolle
Knauf Reinach Supafil Timber Frame (Einblasdämmstoffe) Glaswolle
Paroc Hamburg (Deutschland) Paroc-Dämmplatten Steinwolle
Rockwool Gladbeck (Deutschland) Rockwool-Dämmmatten & -Dämmplatten Steinwolle
Xella Zürich Multipor (Dämmplatten), Ytong (Porenbetonsteine) Mineraldämmstoffe

Empfehlung

Bild: Glaswolle als Dach-Dämmung Standard bei der Dachdämmung: Glaswolle | © Alterfalter / fotolia.com

Mineralische Dämmstoffe verfügen über eine Art Allround-Eigenschaften und sind preislich im mittleren Segment anzuordnen. Wer also nach einem bewährten Standard-Dämmstoff zu moderaten Kosten sucht, der ist mit Mineralwolle gut bedient. Der grösste Vorteil von mineralischen Dämmstoffen ist ihre Nichtbrennbarkeit, sodass die Feuerfestigkeit nicht besser sein könnte.

Die angebotenen Produkte - und damit auch die Anwendungsbereiche von mineralischen Dämmstoffen - sind vielfältig. Mineralwolle beispielsweise gibt es in Form von Matten und Platten, die vor allem bei der Dachdämmung und der Fassadendämmung mit Vorhangfassade zum Einsatz kommen. Perlitgranulat kann ausserdem als Material für die Kerndämmung genutzt und in Hohlräume eingeblasen werden.

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Geschrieben von:
Frank Weber

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