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Glaswolle - Mineralwolle Dämmung aus Altglas

Bild: Glaswolle-Dämmmatten werden installiert
Glaswolle: Dämmung aus Altglas

Suchen Sie nach einem leistungsfähigen Dämmstoff für die Dachdämmung? Glaswolle wird bereits seit Jahrzehnten zur Isolation des Daches eingesetzt und bietet einzigartige Eigenschaften auf diesem Gebiet.

Doch was macht den Dämmstoff Glaswolle so beliebt? Erfahren Sie, welche Vorteile und Nachteile Glaswolle hat, welche Hersteller es gibt und wie hoch die Kosten für eine Dämmung ausfallen können.


Auf dieser Seite


Herstellung und Geschichte

Glaswolle ist ein mineralischer Dämmstoff, der zu über 70 Prozent aus Altglas, und teilweise aus Quarzsand, Kalk und Natriumcarbonat (Soda) hergestellt wird. Das Herstellungsverfahren ist nicht standardisiert und kann daher unterschiedlich ausfallen. Üblicherweise wird eine Schmelze aus den Bestandteilen erzeugt, welche dann zerfasert wird. Sobald diese Fasern ausgehärtet sind, können sie mit Hilfe eines Bindemittels zusammengefügt werden, wobei eine Art Wolle entsteht.

Glaswolle wurde erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts hergestellt und dient bereits seit Jahrzehnten als leistungsfähiger und kostengünstiger Dämmstoff. Die Bestandteile für die Herstellung von Glaswolle sind relativ günstig und als Rohstoffe ausreichend vorhanden, was die Produktionskosten recht gering hält.

Der Primärenergiebedarf fällt je nach Rohdichte unterschiedlich hoch aus. Je höher die Rohdichte des Glaswolle-Produkts, desto mehr Energie wird benötigt um es herzustellen. Die Werte liegen zwischen 820 und 3280 Megajoule pro Kilogramm, bei einer variierenden Rohdichte von 20 bis 80 Kilogramm pro Kubikmeter. Damit amortisiert sich Glaswolle aus energetischer Sicht deutlich langsamer als Steinwolle, welche hierfür etwa 6 Jahre benötigt.



Eigenschaften von Glaswolle

Aufgrund verschiedenster Eigenschaften lässt sich Glaswolle sehr gut als Dämmstoff zur Gebäudeisolation verwenden. Je nachdem, wie gut diese Eigenschaften ausgeprägt sind, haben Dämmstoffe unterschiedliche Einsatzgebiete. Glaswolle kommt vor allem bei Dachdämmungen zum Einsatz. Nachfolgend finden Sie einige Eigenschaften der Mineralwolle aufgelistet und erläutert.

Wärmedämmung und Hitzeschutz

Glaswolle hat gute Eigenschaften im Hinblick auf die Dämmwirkung. Mit 0.32 bis 0.50 W/m·K ist die sogenannte Wärmeleitfähigkeit relativ niedrig. Sie gibt an, wie gut ein Dämmstoff Wärmeenergie transportiert. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmwirkung, da sie gespeicherte Wärme langsamer verloren geht.

Organische Dämmstoffe wie Holzfaser liegen in Bezug auf die Wärmeleitfähigkeit eher im Bereich ab 0.40 W/m·K. Dämmstoffe aus synthetischem Material wie expandiertes Polystyrol (EPS), auch als Styropor bekannt, erreichen Werte von 0.32 W/m·K oder darunter. Glaswolle stellt in dieser Hinsicht also einen guten Mittelweg zwischen organischen und synthetischen Dämmstoffen dar.

Die Wärmespeicherkapazität von Glaswolle liegt im Bereich von 840 bis 1’000 J/kg·K. Dieser Wert gibt an, wie viel Wärmeenergie ein Stoff in sich aufnehmen kann. Im Idealfall ist die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoff sehr niedrig und die Wärmespeicherkapazität hoch. Mineralische Dämmstoffe haben grundsätzlich eine etwas geringere Wärmespeicherkapazität als synthetische, die im Schnitt bei etwa 1’200 J/kg·K liegen. Organische Dämmstoffe können sogar bis zu 2’000 J/kg·K erreichen.

Eine hohe Wärmespeicherkapazität gepaart mit einer hohen Rohdichte des Materials, führt ausserdem zu einem guten Hitzeschutz im Sommer. Hier leistet Glaswolle einen mittleren Dienst, da ihre Rohdichte aufgrund der porösen Struktur eher niedrig ist. Holzfaser-Dämmungen gelten im Bezug auf den Hitzeschutz als nahezu unschlagbar.

Brandschutz und Feuchtigkeitsregulierung

In Bezug auf den Brandschutz ist Glaswolle als mineralischer Dämmstoff exzellent. Diese Gruppe der Dämmstoffe ist in den Baustoffklassen A1-A2 zuzuordnen und somit nicht brennbar. Als herausragende Fähigkeit ist der Brandschutz in der Regel das Hauptargument dafür, einen mineralischen Dämmstoff wie Glaswolle einzusetzen.

Im Umgang mit Feuchtigkeit kann Glaswolle hingegen nicht punkten. Zwar ist das Material diffusionsoffen, lässt also Wasserdampf ungehindert hindurch, jedoch nimmt Glaswolle keine Feuchtigkeit auf. Der Dämmstoff sollte sogar unter keinen Umständen feucht werden, da sonst ein Verlust der Dämmwirkung droht.

Daher wird bei Dachdämmungen mit Glaswolle so gut wie immer eine Dampfbremse eingesetzt. Diese verhindert grössere Feuchtebelastung, dichtet den Dämmstoff allerdings nicht komplett ab, sodass geringe Mengen Wasserdampf nach wie vor hindurch können.

Glaswolle ist nicht kapillaraktiv. Kapillaraktive Dämmstoffe, wie zum Beispiel Schafwolle, regulieren die Luftfeuchtigkeit in Räumen, da sie sie aufnehmen und auch wieder abgeben können, ohne dabei an Wirkung zu verlieren. Dafür ist Glaswolle als mineralischer Dämmstoff resistent gegenüber Schimmel und Schädlingen. Schafwolle muss dahingehend behandelt werden, da sonst Mottenbefall droht.

Unterschiede in Dicke und Anwendung

Die Stärken von Glaswolle als Dämmstoff kommen meist ideal in einer Dachdämmung, speziell bei Schrägdächern zum Einsatz. Sie kann aber auch zur Fassadendämmung eingesetzt werden. In Form von Klemmfilz oder Dämmplatten ist Glaswolle relativ einfach zu installieren.

Damit eine Dämmung förderbar ist, muss das gedämmte Bauteil nach der Sanierung einen bestimmten Wärmedämmwert (U-Wert) erreichen. Um einen U-Wert von 0.15 W/m²·K nach Minergie-Standard zu erreichen, wird eine Dämmstärke von 22 Zentimeter Glaswolle benötigt.

Manche Eigenheimbesitzer stehen vor der Frage, ob sie lieber auf Glaswolle oder auf Steinwolle bei der Dämmung setzen wollen. Die beiden Mineralwollen sind quasi die Geschwister unter den Dämmstoffen und haben sehr ähnliche Eigenschaften. Daher haben sie auch ähnliche Einsatzgebiete.

Sowohl Glaswolle als auch Steinwolle werden bevorzugt bei Dachdämmungen eingesetzt. Der Einsatz für Geschossdeckendämmungen und der Dämmung der Fassade ist ebenfalls möglich. Da Steinwolle schwerer und stabiler ist, eignet sie sich eher für begehbare Geschossdecken. Darüber hinaus bietet sie einen hervorragenden Schallschutz und aufgrund der hohen Rohdichte auch gewissen Schutz vor sommerlicher Hitze.

Dämmstoff-Eigenschaft Glaswolle
Wärmeleitfähigkeit 0.32 - 0.50 W/m·K
gut
Wärmespeicherkapazität 840 - 1'000 J/kg·K
gut
Brandschutz exzellent
Feuchtigkeits-Regulierung schlecht
Hitzeschutz mittel
Empfohlene Dicke 22 cm


Vorteile und Nachteile von Glaswolle

Bild: Glaswolle in der Wand
Glaswolle ist resistent gegen Schimmel

Die grössten Vorteile von Glaswolle sind das günstige Preis-Leistungsverhältnis und die guten Brandschutzeigenschaften. Für einen relativ niedrigen Preis erhält man einen leistungsfähigen Dämmstoff, der sehr sicher und resistent gegenüber Schimmel und Ungeziefer ist. Die Eigenschaft Wasserdampf hindurch diffundieren zu lassen, kann der Glaswolle ebenfalls als Vorteil ausgelegt werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Dämmstoff nass werden darf. Dies ist wiederum ein Nachteil, da Glaswolle erheblich an Wirkung verliert, sobald sie nass wird. Dies lässt sich aber, wie bereits erwähnt, bei Dachdämmungen leicht durch eine Dampfbremse verhindern. In anderen Bereichen gibt es im Zweifel Alternativen zum Dämmstoff Glaswolle.

Nachhaltigkeit von Glaswolle-Dämmungen

Die Nachhaltigkeit von modernen Glaswolle-Dämmungen ist insgesamt mit gut zu bewerten. Heutzutage besteht die Mineralwolle oft zu über 70 Prozent aus Altglas. Auch die anderen Rohstoffe Sand, Quarz und Kalk sind zur Genüge vorhanden.

Bei der Herstellung selbst ist ein gewisser Energieaufwand nötig, sodass der Anteil der sogenannten «Grauen Energie» bei 41 Megajoule pro Kilogramm liegt. Diese Energie amortisiert sich jedoch, nachdem die Glaswolle drei Jahre lang als Dämmung eingesetzt wurde.

Der einzige echte Negativpunkt in Bezug auf die Nachhaltigkeit von Glaswolle ist der Rückbau und damit die Deponierung des Dämmstoffes. Da mineralische Stoffe nicht brennbar sind, können sie nicht energetisch verwertet werden, wie es beispielsweise bei Holzfaser- oder Zellulose-Dämmungen möglich ist. Daher müssen Glaswolle-Dämmungen deponiert werden und können nach ihrem Einsatz keinem Recycling-Kreislauf zugeführt werden.

Ist Glaswolle gesundheitsschädlich?

Offiziell vertriebene und zugelassene Dämmstoffe sind nicht gesundheitsschädlich. Sowohl bei der Installation als auch beim Ausbau einer Glaswolle-Dämmung ist es jedoch erforderlich, dass Schutzmassnahmen, wie das Tragen einer Feinstaubmaske und einer Schutzbrille, unbedingt getroffen werden. Dies sollte ohnehin immer ein professioneller Handwerker übernehmen. Solange eine fest installierte Dämmung nicht massiv beschädigt wird, geht von ihr keinerlei Gefahr für die Gesundheit aus.

Vorteil Nachteil
Gutes Preis-Leistungsverhältnis Anfällig gegen Nässe
Sehr guter Brandschutz Nicht kapillaraktiv
Gute Ökobilanz Kein echtes Recycling möglich
Resistent gegen Schimmel und Ungeziefer -
Diffusionsoffen -

Hersteller und übliche Kosten

Bild: Glaswolle-Matten in der Geschossdecke
Glaswolle bietet guten Wärmeschutz

Bekannte Hersteller von Glaswolle-Dämmstoffen sind Sager, deren Glaswolle-Produkte unter dem Markennamen «Saglan» vertrieben werden, Isover, und Ursa. Flexible Glaswolle-Matten, oder auch Klemmfilze, sind bereits für etwa 20 CHF/m² ab einer Stärke von 22 Zentimetern erhältlich. Sie sind ideal zur Zwischensparrendämmung einsetzbar.

Glaswolle-Platten sind stabiler und bieten besseren Schallschutz, dafür mit bis zu 40 CHF/m² bei gleicher Stärke auch teurer. In jedem Fall lohnt es sich, verschiedene Produkte zu vergleichen und dabei auf Produktdetails wie Selbstklemmung, hydrophobiertes Material oder Kaschierung zu achten. Im Zweifel können Sie einen Fachpartner nach den Details verschiedener Produkte fragen.

Beispiel: Zwischensparrendämmung mit Glaswolle

Glaswolle zählt zu den Standard-Dämmstoffen im Dach und ist dort auch am ehesten zu finden. Eine relativ einfache und somit kostengünstige Option zur nachträglichen Dämmung des Daches ist die sogenannte Zwischensparrendämmung. Dabei wird das Dämm-Material meist in Form von Matten zwischen den Dachsparren befestigt. Die schnellste Möglichkeit sind Klemmfilze, die sich ohne zusätzliche Fixierung zwischen die Sparren klemmen lassen. Allerdings kann je nach Dämmziel eine zusätzliche Untersparrendämmung nötig sein.

Die Standard-Dachfläche eines Einfamilienhauses in der Schweiz beträgt 100 Quadratmeter. Bei einem Quadratmeterpreis von ungefähr CHF 25 liegen die reinen Materialkosten für eine Zwischensparrendämmung hier also bei CHF 2’500. Die Kosten für die Montage können sehr unterschiedlich ausfallen und lassen sich auf etwa 60 bis 150 Franken pro Quadratmeter einschränken. Dadurch entstehen Gesamtkosten von CHF 8’500 bis 17’500 für eine Zwischensparrendämmung mit Glaswolle.

Kostenfaktor (Zwischensparrendämmung) Kosten
Material 25 CHF/m²
Montage 60-150 CHF/m²
Gesamt CHF 8'500 - 17'500


Alternativen zu Glaswolle

Glaswolle gilt als Standard-Dämmstoff für eine Dachdämmung, sowohl für eine Aufsparrendämmung als auch für die Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung. Als klassische mineralische Alternative bietet sich Steinwolle an, die stabiler ist, eher vor sommerlichen Temperaturen schützt und besseren Schallschutz bietet.

Ob eher Glaswolle oder Steinwolle eingesetzt werden sollte, lässt sich pauschal nicht einfach sagen. Rein in Bezug auf den Wärmeschutz leisten beide Stoffe einen guten Dienst. Wichtig sind das Einsatzgebiet und die präferierten Eigenschaften.

Wer lieber nach einer organischen Alternative sucht, kann beispielsweise Holzfaser-Dämmplatten einsetzen. Holzfaser-Dämmungen sind relativ günstig und haben gute Eigenschaften in Bezug auf die Dämmleistung. Herausragend sind sie in Bezug auf den Hitzeschutz, da sie eine hohe Rohdichte und eine sehr gute Wärmespeicherkapazität aufweisen.

Weitere organische Dämmstoffe für die Dachdämmung sind Zellulose, welches eine gute Option für eine Einblasdämmung in der Dachschräge darstellt oder Hanf, welcher von Natur aus beständig gegen Schimmel und Schädlinge, sowie sehr ökologisch ist.

Wer eine Aufsparrendämmung plant, kann mit der synthetischen Varianten Polyurethan (PUR) sehr gute Ergebnisse erzielen. PUR hat eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit und kann daher vor allem dort eingesetzt werden, wo geringe Dämmstärken gefragt sind.


Empfehlung

Glaswolle ist eine leistungsfähiger und auch preiswerter Dämmstoff. Er wird vor allem bei jeglicher Art der Dämmung von Schrägdächern oder an Fassaden eingesetzt und ist als mineralischer Dämmstoff nicht brennbar. Daher ist Glaswolle vor allem wegen der guten Brandschutzeigenschaften beliebt. Gesundheitliche Risiken entstehen nicht, solange Glaswolle fachgerecht von einem Installateur eingebaut und auch wieder entfernt wird.

Auch aus ökologischer Sicht ist Glaswolle unbedenklich. Sie besteht zu einem Grossteil aus recyceltem Altglas und trägt während ihres Einsatzes zu einer höheren Energieersparnis bei, als Energie bei ihrer Produktion eingesetzt werden muss. Je nach Ziel der Dämmung können jedoch auch alternative Dämmstoffe eingesetzt werden. Holzfaser-Dämmplatten sind beispielsweise noch ökologischer und bieten hervorragenden Hitzeschutz, wohingegen Polyurethan eine bessere Dämmwirkung bei geringerer Dämmstärke verspricht. Glaswolle ist jedoch in vielen Situationen eine gute Lösung.

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Geschrieben von: Lukas Beckmann

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