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Fassadendämmung - Die Fassade richtig isolieren

Fassadendämmung Wissenswertes zur Fassadendämmung | © Konstantin Yuganow / fotolia.com

Über eine schlecht isolierte Fassade geht sehr viel Energie verloren. Mit einer Fassaden-Dämmung lassen sich die jährlichen Energiekosten um etwa 20 Prozent reduzieren.

Zudem ist es möglich über das Gebäudeprogramm attraktive Fördergelder zu erhalten.

Doch welche Dämmung eignet sich für welches Haus und wie viel kosten diese verschiedenen Typen etwa?

Inhalt

1. Allgemeines 5. Vorteile / Nachteile
2. Kerndämmung 6. Kosten
3. Aussendämmung 7. Förderung
4. Innendämmung 8. Welche Variante?
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Allgemeines zur Fassadendämmung

Eine Fassadendämmung oder auch Aussendämmung spart langfristig nicht nur Geld, durch den verringerten Heizenergieverbrauch wird auch der CO2-Ausstoss deutlich vermindert. Dabei sind Einsparungen von etwa 21 Prozent bei alten und ungedämmten Häusern möglich (Quelle: co2online). Doch nicht für jedes Gebäude kommt auch die gleiche Wärmedämmung in Frage. So darf zum Beispiel bei einem denkmalgeschützten Gebäude die Fassade nicht verändert werden.

Auf unserer Seite erfahren Sie, welche Fassadendämmung für welches Gebäude geeignet ist und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Ausserdem erhalten Sie Informationen zu den Fördermöglichkeiten sowie zu Vorteilen und Nachteilen der verschiedenen Dämm-Methoden.

Varianten der Fassadendämmung

Wer die Fassade eines Hauses nachträglich dämmen möchte, der hat die Wahl zwischen verschiedenen Systemen. So kann eine Fassade mit einer Kerndämmung, einer Aussendämmung oder eine Innendämmung nachträglich isoliert werden.

Wo?Variante
Zwischen Mauerschalen Kerndämmung (Matten)
Einblasdämmung
Auf der Fassade Wärmeverbundsystem
Vorhangfassade
Innenwände Dämm-Matten in Tragekonstruktion

Kerndämmung in der Fassade

Bild: Kerndämmung Mauerwerk mit Kerndämmung | © Kara / fotolia.com

Wie der Name schon sagt, wird bei einer Kerndämmung der Kern einer Hauswand gedämmt. Diese Art der Fassadendämmung kann aber nur bei Häusern gemacht werden, die eine zweischalige Aussenmauer haben.

Diese besteht aussen aus einem Verblendmauerwerk und innen aus einer Verblendschale. Vorwiegend in älteren Gebäuden sind diese Hohlräume kaum oder gar nicht gedämmt und es geht viel Wärme über die Fassade verloren.

Um die Aussendämmung zwischen das Mauerwerk zu bringen, werden im Altbau kleine Löcher in das Äussere der Fassade gebohrt. Mit Hilfe eines Schlauches kann dann die Dämmung durch die Löcher eingebracht werden. Dabei dient die Innenwand wie bei einer Aussendämmung weiterhin als Wärmespeicher. Im Neubau kann der Zwischenraum mit Dämmmatten ausgefüllt werden.

Da die Vormauerschale der Aussenwand hinterlüftet ist, können als Dämmstoffe für eine Kerndämmung nur wasserabweisende Materialien - wie Mineralwollengranulate, Perlite, Kunstharzflocken, PUR-Granulat oder EPS-Kügelchen - verwendet werden. Ist der Hohlraum mit der neuen Dämmung befüllt, werden die Löcher mit Mörtel wieder verschlossen und die Farbe an die Hausfassade angepasst. Die Kerndämmung mittels Einblasverfahren ist wohl die günstigste und einfachste Methode die Fassade eines Hauses nachträglich zu dämmen.

ArtVariante Beschreibung
Kerndämmung Einblasverfahren In die Hohlräume einer zweischaligen Aussenmauer wird der Dämmstoff über einen Schlauch eingeblasen. Dabei handelt es sich um Stoffe wie Mineralwollgranulate, Perlite, Kunstharzflocken, PUR-Granular oder EPS-Kügelchen.
Matten (Neubau) Im Neubau werden Dämmmatten an der Außenwand angebracht, bevor diese dann verklinkert oder anderweitig verkleidet wird.
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Aussendämmung einer Fassade

Unter dem Begriff Aussendämmung werden erst einmal alle Dämmmethoden zusammengefasst, die von aussen an ein Haus angebracht werden. Darunter fällt sowohl die Dämmung des Dachs als auch die Dämmung der Fassade. Um ein Haus ausreichend energieeffizient zu machen, sind Dämmstärken - je nach Bausubstanz und Dämmstoff - von 14 bis 25 Zentimetern notwendig.

Deshalb lohnt sich eine grosszügige Dämmung: Die Preise der Dämmmaterialien beeinflussen die Gesamtkosten nur unwesentlich. Denn der Aufwand für Planung, Montage, Gerüst und Witterungsschutz ist nicht abhängig von der Dämmstärke. Für Sie haben wir hier alle gängigen Aussendämmungen für eine Hausfassade aufgeführt.

ArtVariante Beschreibung
Aussendämmung Wärmeverbundsystem (WDVS) Dämmplatten oder -lamellen werden mit einem Zementkleber von aussen an die Fassade geklebt. Darüber wird eine Amierungsschicht eingeputzt, die als Grundlage für den späteren Aussenputz dient.
Hinterlüftete Vorhangfassade Dämmplatten werden auf die alte Fassade geklebt. Die neue Fassade wird mit einem Abstand von 3,5 bis 5 Zentimetern Abstand in einem Gerüst eingehängt.

Wärmeverbundsystem (WDVS)

Bild: Wärmeverbundsystem Sanierung mit WDVS | © Bjoern Wylezich / fotolia.com

Das Wärmeverbundsystem (WDVS) - auch Kompaktfassade genannt - ist wohl die gängigste Wärmedämmung für Gebäude, bei denen keine Einblasdämmung möglich ist - also für Häuser mit einer einschaligen Aussenwand. Für Gebäude mit Ornamenten an der Fassade oder denkmalgeschützte Gebäude kommt ein Wärmeverbundsystem nicht in Frage. Hier empfiehlt es sich, auf eine Einblasdämmung oder Innendämmung zurückzugreifen.

Ein WDVS besteht meist aus Dämmplatten oder -lamellen, die entweder mit einem speziellen Zementkleber auf die alte Fassade geklebt oder mit einem Schienensystem angebracht werden. Je nach Region, Windstärke und Höhe des Gebäudes müssen dazu Dübel zur Befestigung an der Wand verwendet werden. Um Wärmebrücken zu minimieren, sind die heutigen WDVS-Dübel aus Kunststoff gefertigt.

Auf die angeklebte Wärmedämmung wird eine Armierungsschicht aufgetragen. Diese besteht aus einem speziellen Gewebe, Kantenschienen und einem Mörtel, der eingeputzt wird. Diese Armierungsschicht dient als Unterschicht für den eigentlichen Aussenputz. Wird als Aussenputz nochmals ein spezieller Wärmedämmputz verwendet, kann die Wärmedämmung verbessert und das Eindringen von Feuchtigkeit verringert werden.

Hinterlüftete Vorhangfassade (mit Dämmung)

Bild: Hinterlüftete Vorhangfassade Fertiggestellte Vorhangfassade | © empe33 / fotolia.com

Bei der Hinterlüfteten Vorhangfassade wird - wie es der Name schon sagt - eine neue Fassade mit Dämmung an der Aussenwand des Hauses errichtet. Anders als bei einem Wärmeverbundsystem wird zwar die Wärmedämmung auf der alten Fassade verklebt, aber die neue Fassade wird mit etwa 3,5 bis 5 Zentimetern Abstand zur Wärmedämmung mit einem Gerüst-System errichtet.

Für eine Hinterlüftete Vorhangfassade haben Sie bei der Frage nach dem richtigen Dämmstoff die freie Wahl. Am häufigsten werden Mineralwolle und Holzfaser verwendet. Es kommt aber auch günstige Zellulose in Frage. Bei der Gestaltung der neuen Fassade können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen, denn es gibt viele gestalterische Möglichkeiten.

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Innendämmung (Innenwände und Keller)

Bild: Innendämmung Innendämmung eines Raumes | © by-studio / fotolia.com

Unter dem Begriff Innendämmung werden alle Dämmungen zusammengefasst, die im Inneren eines Gebäudes installiert werden. Technisch gesehen, handelt es sich hierbei also weder um eine Aussendämmung, noch um eine Fassadendämmung.

Aufgrund bauphysikalischer Hürden sieht man im Regelfall davon ab, eine Innendämmung anzubringen, wenn eine Aussendämmung möglich ist. Mit einer Innendämmung können zum Beispiel Gebäude nachträglich wärmeisoliert werden, deren Fassade nicht verändert werden kann oder die unter Denkmalschutz stehen.

Dazu wird bei einer Innendämmung eine Tragkonstruktion an die Innenwände des Hauses angebracht. Darin wird der Dämmstoff eingeklemmt und mit einer Dampfbremse versehen, welche die Diffusion von Wasserdampf verhindern soll. Den Abschluss zum Innenraum bildet eine Innenverkleidung aus Gipskarton-Platten, die dann tapeziert oder verputzt werden kann. Doch bei einer Innendämmung ist auch Vorsicht geboten: Beim Beheizen von Gebäuden diffundiert der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf durch die Aussenwand nach draussen. Wenn er dabei auf eine kältere Schicht trifft, kondensiert der Wasserdampf daran zu Tauwasser. Genau das kann bei einer Innendämmung passieren:

Der Wasserdampf gelangt durch die Dämmschicht und trifft dort auf die kalte Aussenwand. Er staut sich zwischen Dämmstoff und Wand, kondensiert dort und es kommt zu Schimmelbildung. Deshalb ist eine fachgemäss verklebte Dampfbremse unerlässlich. Als Materialien für eine Innendämmung kommen Mineralwolle, Steinwolle, Polystyrol, Polyurethan, Aerogel, Kalziumsilikat, biologische Stoffe wie Schurwolle oder innovative und hoch-wärmedämmende Vakuumisolierpaneel-Verbundplatten zum Einsatz.

Art Beschreibung
Innendämmung Der Dämmstoff wird von innen an die Aussenwand des Hauses angebracht. Darüber wird eine Dampfbremse verlegt, die eine Diffusion von Wasserdampf verhindert. Danach wird die Wand mit Gipskartonplatten verkleidet und kann tapeziert oder verputzt werden.
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Vorteile und Nachteile einzelner Fassadendämmungen

Jedes Dämmsystem hat seine Vorteile und Nachteile. Informieren Sie sich doch auch über alle anderen möglichen Dämmungen rund ums Haus. Damit Sie sich eine bessere Übersicht verschaffen können, haben wir Ihnen hier eine kompakte Übersicht erstellt.

Art der DämmungMassnahmeVorteileNachteile
Im Haus Innendämmung Die Fassade bleibt erhalten Durch die Dämmung geht Wohnraum verloren
Innendämmung kann immer installiert werden Massives Mauerwerk kann nicht mehr als Wärmespeicher fungieren
Räume werden schneller warm
Steigert den Wohnkomfort
Am Haus WDVS Steigerung des Gebäudewertes Der Einbau ist sehr aufwendig
Senkung der Heizkosten und des CO2-Ausstosses WDVS sind teurer als eine Kerndämmung
Wand muss neu verputzt werden
Hinterlüftete Vorhangfassade Gute Dämmwirkung Aufwendiger Einbau
Grosse Auswahl an Dämmstoffen Tragfähige Fassade nötig
Schimmelbildung fast ausgeschlossen Hoher Preis
Sehr gute Feuchtigkeitsabfuhr Aufwendig bei einer Sanierung
Viele Fassadendesigns möglich
Hohe Lebensdauer
Hauskern Kerndämmung Einfache und saubere Dämmung Erfordert wasserabweisende Dämmmaterialien
Fassade bleibt beim Einblasverfahren erhalten Zweischalige Aussenmauer erforderlich
Sehr schnelle Durchführung Dämmungsdicke ist von der Breite des Hohlraums abhängig
Kostengünstigste Dämmung

Preis-Vergleich: Kosten einer Fassadendämmung (CHF)

Die Kosten für eine neue Fassadendämmung setzen sich aus der Art der Dämmung, dem Dämmstoff und dem Aufwand für Planung sowie Montage - also den benötigten Arbeitsstunden der Handwerker - zusammen. Die folgenden Werte ergeben sich aus Durchschnittswerten von bestehenden Angeboten.

ArtMassnahmeKosten pro m²Gesamtkosten Einfamilienhaus
Im Haus Innendämmung 80 - 200 CHF 9.600 - 24.000 CHF
Hauskern Einblasdämmung / Kerndämmung 45 - 120 CHF 5.400 - 14.400 CHF
Von Aussen Hinterlüftete Fassade 230 - 280 CHF 27.600 - 33.600 CHF
Wärmeverbundsystem (WDVS) 150 - 220 CHF 18.000 - 26.400 CHF
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Förderung für eine Fassadendämmung (Schweiz)

Eine neue Fassadendämmung kann ziemlich teuer werden. Sie müssen aber nicht allein auf den Kosten dafür sitzen bleiben. Denn wenn Sie Ihre Fassade nachträglich dämmen lassen und der U-Wert (Wärmedurchgangswert) mit der neuen Fassadendämmung unter 0,2 liegt, fördert der jeweilige Kanton die Wärmedämmung Ihres Hauses im Rahmen des Gebäudeprogramms mit 40 bis 80 Franken pro Quadratmeter.

Ausserdem gibt es noch weitere individuelle Förderprogramme der einzelnen Kantone, die sie zusätzlich in Anspruch nehmen können. Informieren Sie sich doch einfach auf über die individuellen Förderprogramme Ihres Kantons.

Empfohlene Wärmedämmung für Aussenwände (Sanierungen)
Energiegesetz Gebäudeprogramm Minergie
Anwendung Bei Bauten nach Vorschrift (Minimum) Bedingung für die finanzielle Förderung Minergie-Modul Aussenwand
Wärmedurchgang (U-Wert) 0,25 W/m² K 0,20 W/m² K 0,15 W/m² K

(Quelle: Das Gebäudeprogramm, Dezember 2017)

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Welche Fassadendämmung ist die richtige?

Welche Fassadendämmung für Ihr Haus die Richtige ist, das können Sie nur selbst entscheidenkann nicht pauschal gesagt werden. Wir versuchen aber, Ihnen hier mit ein paar Tipps zu Seite zu stehen:

Die richtige Fassadendämmung

Bild: Ideen Icon
  • Innendämmung: Eine Innendämmung (eigentlich keine Fassadendämmung) ist bauphysikalisch eher ungünstig, da sich viele Wärmebrücken nicht beseitigen lassen. Ausserdem kann es vermehrt zur Kondenswasser-Bildung zwischen Dämmung und Aussenwand kommen. Deshalb wird eine Innendämmung nur bei denkmalgeschützten Gebäuden, dessen Fassade nicht verändert werden darf, installiert.

  • Kerndämmung: Eine Kern-Dämmung mittels Einblasverfahren ist eine unkomplizierte und kostengünstige Methode für alle Gebäude, die eine zweischalige Aussenmauer besitzen. Bei allen anderen Gebäuden ist eine solche Dämmung leider nicht möglich und es muss auf eine Aussendämmung oder Innendämmung zurückgegriffen werden.

  • WDVS: Ein Wärmeverbundsystem oder Kompaktfassade ist eine günstige Form der Aussen-Dämmung. Die Dämmplatten und die neue Aussenfassade werden einfach auf die alte Aussenwand angebracht. Dabei sind aber der Gestaltung der neuen Aussenhülle einige Grenzen gesetzt.

  • Hinterlüftete Vorhangfassade: Die nachträgliche Fassadendämmung mit einer Hinterlüfteten Vorhangfassade ist die etwas teurere und hochwertigere Variante der Aussen-Dämmung. Sie hat eine bessere Feuchtigkeitsabfuhr und eine längere Lebensdauer als ein WDVS. Ausserdem hat man bei der späteren Gestaltung der neuen Fassade viele Möglichkeiten.


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Geschrieben von:
Philipp Kloth

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