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Putz - Arten, Einsatzgebiete und Preise im Überblick

Bild: Aussenputz an der Fassade
Putzt schützt das Gebäude

Ob als Schutz für ein Bauteil, Untergrund für Fliesen und Tapeten oder einfach zur optischen Verschönerung - Putz erfüllt vielseitige Aufgaben an oder in Gebäuden. Nach Installation einer neuen Dämmung oder wenn Schäden an der Fassade auftreten, muss in jedem Fall ein neuer Verputz her. Doch für welche Art von Putz sollten Sie sich am besten entscheiden?

Die Auswahl an verschiedenen Putzen ist so gross, dass es schwer ist den Überblick zu behalten. Im Folgenden finden Sie daher eine Übersicht über die unterschiedlichen Arten von Putz für aussen und innen, Vorteile und Nachteile, sowie Informationen zu den Kosten für eine Sanierung des Putzes.


Auf dieser Seite


Einleitung: Was ist Putz?

Bild: Einsatzbereiche von Putz
Was ist Putz?

Als Putz oder Verputz werden Beschichtungen von Aussenwänden, Innenwänden und Decken bezeichnet. Putz erfüllt je nach Beschaffenheit und Einsatzart unterschiedliche Zwecke, dient aber meistens zum Schutz des Bauteils vor äusseren Einflüssen wie der Witterung oder zur optischen Aufwertung.

Im Innenbereich eines Hauses schafft Putz in der Regel die Grundlage für Fliesen, Tapeten oder zum Streichen. Putze als solches bestehen aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten, die zusammengenommen ein Putzsystem bilden. Insgesamt gibt es sehr viele Arten von Putzen, die teilweise unterschiedlich gehandhabt werden müssen und verschiedenste Einsatzbereiche haben.

Putzsysteme bestehen zumeist aus mindestens zwei Lagen, dem Unterputz und dem Oberputz. Je nach Anforderung und Beschaffenheit des Untergrunds können aber auch bis zu vier Lagen nötig sein, wobei jede Schicht eine eigene Aufgabe übernimmt. Nicht selten ist auch eine Vorbehandlung der Grundputz-Fläche nötig oder das Anbringen eines Armierungsgewebes zum Schutz des Oberputzes vor Rissen. Eigenheimbesitzern wird geraten, das Verputzen einem Fachhandwerker zu überlassen.

Geschichte und Einsatzbereiche in der Schweiz

Putz wird bereits seit mehreren tausend Jahren zum Abdichten und Dämmen von Wänden verwendet. Verschiedene Beschichtungen, die an heutigen Putz erinnern oder sogar eine ähnliche Beschaffenheit haben, finden sich an zahlreichen historischen Gebäuden. Heutzutage wird Putz sozusagen auf das jeweilige Gebäude angepasst, um so die bestmögliche Wirkung zu erzielen.

Grundsätzlich kann Putz nach Bindemittel, nach Ort der Mörtelproduktion, Art des Anmischens, nach der Oberflächenbehandlung oder nach Funktion und Auftragsstärke unterschieden werden. Im Folgenden unterteilen wir Putze jedoch nur nach Aussenputz und Innenputz, um eine einfache Übersicht zu gewährleisten. Ausserdem beschränken wir uns auf die gängigsten Varianten, die am häufigsten eingesetzt werden.


Bild: Ein Putzsystem inklusive Wärmedämmverbundsystem
Die verschiedenen Schichten eines Putzsystems

Putz sanieren - Kosten & Tipps von Energieheld

Bild: Innenputz im Neubau
Was kostet neuer Putz?

Putz sanieren ist immer dann nötig, wenn Schäden am Oberputz erkennbar sind. Steht ohnehin eine Putzsaniernug an, sollte auch eine zusätzliche Dämmung der Fassade in Betracht gezogen werden, da dies in einem Arbeitsaufwand erledigt werden kann. Wer sich die Auswahl an Optionen verschiedener Putze anschaut, wird schnell feststellen, dass diese für Laien kaum zu überblicken ist.

Für die Wahl des richtigen Putzes ist neben Einsatzbereich und gewünschtem Ergebnis auch der Preis entscheidend. Kostenangaben können jedoch selten jeden Fall abdecken, da bei einer Sanierung oft auch alter Putz entfernt werden muss.

Die Kosten für neuen Putz hängen von mehreren Faktoren wie der Grösse der zu verputzenden Fläche, der Art des Putzes selbst und zusätzlichen Leistungen ab. So belaufen sich die Kosten für das Verputzen eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) laut den Richtpreisen des Gebäudeausweises der Kantone (GEAK) auf etwa 25 bis 50 CHF/m². Die Gesamtkosten für ein WDVS liegen hier bei etwa 225 CHF/m², wobei ein spezieller Verputz, der dünner als 2 Millimeter oder dicker als 4 Millimeter sein muss, die Kosten auf 250 CHF/m² anhebt.

Muss der Innenputz im Haus erneuert werden, sind die Kosten hierfür schwieriger zu ermitteln. Geht damit eine Innendämmung einher, liegen die Gesamtkosten bei etwa 200 CHF/m², beziehungsweise 150, wenn es sich um eine Kellerwand handelt. Auch hier entfallen etwa 10 Prozent auf das Verputzen, also etwa zwischen 15 und 20 CHF/m².

Hierbei handelt es sich um Richtpreise, die tatsächlichen Kosten können abweichen. Manche Handwerksbetriebe rechnen auch pro Stunde ab oder machen Pauschalangebote pro Wand, die verputzt werden soll. Fragen Sie daher Ihren Fachhandwerker gezielt nach den absehbaren Kosten.

Putz-Sanierung Kosten einfach Kosten aufwendig
Innen 15 - 20 CHF/m² 150 - 200 CHF/m² (inkl. Innendämmung)
Aussen 25 - 50 CHF/m² 225 - 250 CHF/m² (inkl. WDVS)

Das ist wichtig bei der Putzsanierung

Schon gewusst?
  • Putz muss saniert werden, sobald der alte Oberputz Risse aufweist, oder eine neue Dämmung installiert werden soll
  • Das Entfernen des alten Putzes kann unter Umständen in Eigenleistung erbracht werden
  • Lassen Sie prüfen, ob sich eine zusätzliche Dämmung lohnt
  • Beauftragen Sie am besten einen Fachhandwerker für die Installation und den Verputz


Aussenputze im Vergleich

Aussenputz wird zweilagig als Unterputz und Oberputz aufgetragen und dient dem Schutz der Fassade vor Witterungseinflüssen, zur Gestaltung der Fassade und erfüllt bauphysikalische Aufgaben, wie die Verbesserung des Wärmeschutzes. Die Dämmwirkung von Putzen ist allerdings nur minimal. Als Aussenputz können sowohl Putze mit mineralischen Bindemitteln als auch Kunstharzputze verwendet werden.

Für welchen Putz Sie sich entscheiden, sollte letztendlich vor Ort von einem Fachhandwerker entschieden werden. In der folgenden Tabelle finden Sie die Kosten für verschiedene Aussenputze aufgelistet.

Traditionelle Aussenputze

Als Aussenputze werden traditionell Kalkputze oder Zementputze verwendet. Kalkputz hat den Vorteil, dass er sehr ökologisch ist und fungizid wirkt, also die Ausbreitung von Pilzen und Algen auf der Fassade verhindert. Ausserdem ist Kalkputz diffusionsoffen, lässt Wasserdampf also ungehindert hindurch, was wiederum Schimmel im Mauerwerk vorbeugt. Die Verarbeitung von Kalkputzen benötigt allerdings viel Zeit und Erfahrung. Er sollte also stets von einem Fachmann aufgetragen werden. Kalkputz kann auch im Innenbereich eingesetzt werden.

Zementputze auf der anderen Seite sind deutlich belastbarer und vor allem für stark beanspruchte Putzoberflächen geeignet. Sind eine hohe Dichte, Beständigkeit gegen Nässe und Frost sowie Festigkeit gefragt, kann Zementputz ideal eingesetzt werden. Dies trifft vor allem auf Fassaden, die stark von der Witterung betroffen sind, oder auch auf Nassräume wie Badezimmer oder Waschräume zu. Dafür ist Zementputz unelastisch und hält Spannungen im Mauerwerk nicht gut stand. Daher kann es zu Rissen oder Abplatzungen kommen

Lehmputz kann ebenfalls als traditioneller Aussenputz angesehen werden, man findet ihn jedoch nur noch äusserst selten, beispielsweise an Fassaden von sehr alten Fachwerkhäusern. Dies zeigt, dass der Einsatz von Lehmputz an einer Fassade grundsätzlich möglich ist. Allerdings ist Lehm sehr feuchteempfindlich und kann unter Umständen sogar vom Regen abgewaschen werden. Daher wird Lehmputz nur in Ausnahmefällen im Aussenbereich eingesetzt.

Soll mit der Putzsanierung eine Dämmung einhergehen, gibt es spezielle Dämmputze, die auf eine spürbare Verbesserung des Wärmeschutzes ausgelegt sind. Sie werden etwas anders gehandhabt als herkömmliche Putze und gelten meist nur dann als Alternative, wenn eine Dämmung im klassischen Sinne nicht möglich ist. Mehr zum Thema Dämmputz erfahren Sie hier.

Aussenputz Vorteile Nachteile Kosten pro m²
Kalkputz
  • Ökologisch
  • Wirkt funguzid
  • Diffusionsoffen
  • Kann innen und aussen verwendet werden
  • Verarbeitung braucht Zeit und Erfahrung
  • Löschkalk zum Anmsichen kann die Haut verletzen
CHF 13.00
Zementputz
  • Sehr belastbar
  • Gut für stark beanspruchte Oberflächen
  • Ideal für Aussenbereich oder Nassräume
  • Hält Spannungen im Mauerwerk weniger gut stand
  • Es kann zu Rissbildung oder Abplatzungen kommen
CHF 10.00
Kalk-Zement-Putz
  • Wasserhemmend
  • Schimmelresistent und vorbeugend
  • Diffusionsoffen
  • Erhältlich als Aussenputz und Innenputz
  • Kalk als Bestandteil wirkt ätzend und sollte vorsichtig verwendet werden
CHF 10.00
Buntsteinputz
  • Grosse Designvielfalt
  • Diffusionsoffen
  • Lichtecht
  • Witterungsbeständig
  • Reiner Oberputz
  • Recht Teuer
  • Schäden sind schwer zu beheben
CHF 20.00

Kunstharzputz

Kunstharzputz wird normalerweise zu den Aussenputzen gezählt, kann unter den richtigen Voraussetzungen aber auch Innen eingesetzt werden. Die Vorteile von Kunstharzputz sind, dass er sehr widerstandsfähig ist, Kälte und Hitze gleichermassen standhält, wasserabweisend ist und nahezu keine Risse bekommen kann. Diese Eigenschaften sprechen besonders dafür, Kunstharzputz aussen an der Fassade einzusetzen.

Kunstharzputz ist dafür allerdings nicht diffusionsoffen, was ihn tendenziell anfälliger für Schimmel macht. Im Innenbereich verhindert Kunstharzputz so den Austausch von Feuchtigkeit, sodass Schimmel im Mauerwerk drohen kann. Ein optimales Heizsystem oder eine Lüftungsanlage sind also Voraussetzung für den Einsatz von Kunstharzputzen im Innenbereich.

Aussenputz Vorteile Nachteile Kosten pro m²
Kunstharzputz
  • Sehr widerstandsfähig
  • Wasserabweisend
  • Elastisch, passt sich Verformung an
  • Kann auf unterschiedlichsten Untergründen haften
  • Härtet schnell aus
  • Aussen und ínnen einsetzbar
  • Eher anfällig für Algen und Schimmel (Hersteller mischen mitunter Fungizide bei)
CHF 15.00
Silikonharzputz
  • Sehr stabil
  • Wasserabweisend
  • Geringe Oberflächenspannung
  • Äusserst langlebig
  • Geringe Verschmutzung
  • Begrenzte Farbauswahl
  • Teuer im Vergleich zu mineralischem Putz
CHF 9.00
Silikatputz
  • Wasserabweisend
  • Diffusionsoffen
  • Äusserst langlebig
  • Sehr beständig gegen die Witterung
  • Zusätzlicher Brandschutz
  • In flüssigem Zustand ätzend
  • Sehr schwer zu entfernen
CHF 7.00

Sockelputze

Als Sockel wird der Bereich einer Fassade bezeichnet, der unmittelbar über der Erde liegt. Da diese Fläche besonders vor Spritzwasser und Schmutz geschützt werden muss, wird hier spezieller Sockelputz angebracht. Sockelputz besteht wie anderer Putz auch aus mehreren Schichten, namentlich dem Ansatzmörtel direkt auf dem Mauerwerk, dem Spritzbewurf, der als Haftungsgrundlage für den Unterputz dient und schliesslich dem Oberputz.

Im Sockelbereich sind vor allem mineralische Putze gefragt, zum Beispiel Kalkzementputz, Silikatputz oder Kunstharzputz. Silikatputz hat als Sockelputz den Vorteil, besonders stabil, wenig porös und somit witterungsbeständig zu sein. Kunstharzputze bieten eine grössere Auswahl an Struktur, Farbe und Körnung der Oberfläche. Auch die Eigenheiten des entsprechenden Hauses sollten jedoch bei der Wahl des richtigen Sockelputzes beachtet werden. Bei der Auswahl kann Ihnen ein Fachmann helfen.



Die verschiedenen Innenputze

Bild: Neuer Verputz im Innenbereich
Natürlicher Kalkputz ist beliebt

Innenputz kann verschiedenste Aufgaben an Wänden, Decken oder im Keller übernehmen, daher sind auch hier die Möglichkeiten zahlreich. Vorab gilt es zu klären, welches Ziel mit dem Verputzen der betreffenden Fläche erreicht werden soll.

Wichtig sind auch Ort und Nutzung des entsprechenden Raumes. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über einige Innenputze, welche Vorteile und Nachteile sie haben und welche Materialkosten pro Quadratmeter entstehen.

Lehmputz - wieder voll im Trend

Aufgrund zahlreicher positiver Eigenschaften, ist Lehmputz heutzutage beliebter denn je. Im Innenbereich eingesetzt verbessert Lehmputz nachhaltig die Raumluft, da er Luftfeuchtigkeit aufnehmen, speichern und langsam wieder abgeben kann. Ausserdem hat Lehm die Eigenschaft Wärme zu speichern, was zu weniger Wärmeverlust im Winter und einer kühleren Atmosphäre im Sommer beiträgt. Lehmputz ist auf nahezu jedem Untergrund anwendbar und kann auf Mauerwerk, Beton oder Holz gleichermassen eingesetzt werden.

Designvielfalt ist dank farbigem Lehmedelputz und Lehmfarbe zum überstreichen ebenfalls gegeben. In manchen Fällen kann Lehmputz sogar mit einer Wandheizung kombiniert werden. Ein Nachteil von Lehm ist, dass das Material weniger stabil ist als andere Putze. Zum einen ist Lehm wasserlöslich, daher also nicht geeignet für Duschen oder über der Spüle. Zum anderen kann es bei stark beanspruchten Bereichen oder an Wänden, die für Bilder und Regale benutzt werden sollen, zu Abrieb kommen oder es können sogar Stücke des Putzes herausbrechen.

Inennputz Vorteile Nachteile Kosten pro m²
Lehmputz
  • Verbessert die Raumluft
  • Wärmespeichernde Eigenschaft
  • Haftet auf fast allen Untergründen
  • Vielfältiges Design
  • Weniger stabil als andere Putze
  • Wasserlöslich
  • Nicht für stark beansprucht Bereiche geeinigt
CHF 19.00

Reiner (natürlicher) Kalkputz

Reiner Kalkputz, der nur aus Sand und Kalk besteht und keinen Zusatz an Zement aufweist, ist nur schwer im Handel zu finden. Viele Hersteller vertreiben eine bis zu zehnprozentige Mischung mit Zement als zementfreien Putz. Beim Kauf sollte also auf das Sicherheitsdatenblatt geachtet werden oder eine schriftliche Versicherung eingeholt werden, dass es sich um reinen Kalkputz ohne Zement handelt. Weltweite Verbreitung findet zum Beispiel der antike Kalkputz Tadelakt aus Marokko.

Der Vorteil von natürlichem Kalkputz besteht darin, dass er Schimmel vorbeugt. Zudem kann er Feuchtigkeit aus der Raumluft und sogar aus dem Mauerwerk aufnehmen und ist diffusionsoffen. Daher ist Kalkputz eine beliebte Wahl für Badezimmer, Keller, Küchen und Waschräume. Hinzu kommt, dass Kalkputz recht kostengünstig ist. Dafür braucht das Anmischen und Auftragen von Kalkputz viel Zeit und Erfahrung und sollte daher vom Profi übernommen werden.

Inennputz Vorteile Nachteile Kosten pro m²
Reiner Kalkputz
  • Beugt Schimmel vor
  • Diffusionsoffen
  • Ideal für Nassräume
  • Kostengünstig
  • Anmischen und Auftragen erfordert Erfahrung
CHF 17.00

Gipsputz

Gipsputz zählt zu den beliebtesten Putzen für den Innenbereich. Das Material trocknet schnell und muss meist nur einlagig aufgetragen werden, was eine vergleichsweise schnelle Umsetzung garantiert. Die Aushärtezeit von Gipsputz beträgt etwa 14 Tage. Die Trocknungszeit von Kalkputzen kann beispielsweise bis zu 3 Wochen betragen. Desweiteren ist Gipsputz nicht brennbar und wirkt sogar brandhemmend, indem es im Falle eines Feuers gespeichertes Wasser im Gips, sogenanntes Kristallwasser freigesetzt wird.

Gipsputz ist auch in der Lage, eine gewisse Menge Wasserdampf aus der Luft aufzunehmen und wieder abzugeben, wirkt also ebenfalls regulierend auf das Wohnklima. Allerdings ist Gips ungeeignet für Räume mit konstant hoher Luftfeuchtigkeit, da er sonst aufweicht. In Badezimmern und Waschräumen sollte Gipsputz also vermieden werden. Auf einer Gipsputzschicht können problemlos Tapete, Keramikfliesen oder Natursteinplatten angebracht werden.

Innenputz Vorteile Nachteile Kosten pro m²
Gipsputz
  • Trocknet schnell
  • Nicht brennbar, wirkt brandhemmend
  • Reguliert das Wohnklima
  • Ungeeignet für Räume mit konstant hoher Luftfeuchtigkeit
CHF 9.00

Welchen Putz im Keller nutzen?

Bei Sanierungen im Keller werden meist besondere Anforderungen an den Putz gestellt. Der Keller stellt einen Sonderfall dar, da es dort aufgrund der Nähe zum Erdreich häufig feucht ist. Diffusionshemmende Putze mit Kunstharz sind hier beispielsweise zu vermeiden, da sonst die Gefahr von Schimmelbildung im Keller höher ist.

Für feuchte Mauerwerke wurde daher spezieller Sanierputz entwickelt. Diese Art Putz entzieht dem Mauerwerk Wasser und darin gelöste Salze. Gelangen diese zwischen die Wand und ein herkömmliches Putzsystem, beispielsweise mit Kalkzementputz, kristallisieren die Salze und der Putz platzt ab.

Sanierputz besteht hingegen aus sehr porösem Mörtel, in dem die Salzkristalle sozusagen gelagert werden können, ohne dass an der Oberfläche Schäden entstehen. Der Sanierputz «opfert» sich also, wird daher umgangssprachlich auch Opferputz genannt. Es gilt allerdings zu beachten, dass bei feuchtem Mauerwerk immer zuerst die Ursache ausfindig gemacht und beseitigt werden muss. Auch Opferputz stösst an seine Grenzen, wenn er mehr als nur die Restfeuchte der Wand aufnehmen muss. Daher kann es vorkommen, dass Opferputz ersetzt werden muss.

Unter Umständen kann natürlicher Kalkputz eine Alternative zu Sanierputz darstellen. Kalkputz ist sehr feinporig und ebenfalls in der Lage dazu, Feuchtigkeit und Salze aufzunehmen. Darüber hinaus ist Kalk alkalisch und beugt so der Schimmelbildung vor. Im Vergleich zu Sanierputz kann reiner Kalkputz günstiger sein und gilt als schonend für ältere Mauerwerke. Fragen Sie aber unbedingt einen Fachmann, welche Option die richtige für Ihren Keller ist.

Innenputz Vorteile Nachteile Kosten pro m²
Sanierputz/Opferputz
  • Entzieht dem Mauerwerk Wasser und Salze
  • Verhindert Schäden im Mauerwerk/li>
  • Diffusionsoffen
  • Beugt Verwitterung vor
  • Muss ersetzt werden, sobald der Putz salzgesättigt ist
CHF 13.00


Fazit und Empfehlung

Da die Anwendungsbereiche von Putz vielfältig sind, gibt es ein breites Spektrum an Materialien mit verschiedenen Funktionen. Nötig ist das Neuverputzen der Fassade zum Beispiel, wenn an der obersten Putzschicht Schäden erkennbar sind. Bei einer ungedämmten Wand lohnt es sich hier, über eine zusätzliche Dämmung, beispielsweise durch ein Wärmedämmverbundsystem nachzudenken.

Die Mehrkosten für das Dämmmaterial und das Anbringen der Dämmplatten an der Fassade bleiben hier überschaubar, da einige Arbeitsschritte und Kosten für das Gerüst ohnehin bei der Putzsanierung anfallen und Eigenheimbesitzer profitieren von einem deutlich besseren Wärmeschutz. Auch bei einer alten bestehenden Dämmung kann sich eine zusätzliche Dämmschicht lohnen.

Dieses Prinzip der Aufdopplung wird vor allem empfohlen, wenn die alte Dämmschicht weniger als 10 Zentimeter Dicke beträgt. Beim Verputzen der Fassade, zum Beispiel nach der Installation eines WDVS, ist meist stabiler und wetterfester Putz gefragt, wodurch Putze mit Zementzusatz, Kunstharz oder Silikat hier besonders ihre Stärken ausspielen können. Mineralische Putze wie Kalkputz bieten aber besseren Schutz vor Algenbewuchs und benötigen keinen Anstrich.

Zur optischen Aufwertung eignet sich vor allem Buntsteinputz. Sanierputz oder auch Opferputz findet meist in feuchten Kellern Anwendung, da er dem Mauerwerk Wasser entzieht und so etwaige Schäden verhindert. Zu empfehlen ist, sich von einem Fachmann beraten zu lassen. Preisliche Unterschiede zwischen den Herstellern desselben Putztyps fallen eher gering aus.

Im Innenbereich sind generell diffusionsoffene Putze, die Feuchtigkeit aufnehmen können, wie Lehmputz, natürlicher Kalkputz oder Gipsputz zu empfehlen. Wer mit dem Einsatz von Putz im Innenbereich gleichzeitig einen verbesserten Wärmeschutz anstrebt, kann eine Sanierung mit Dämmputz in Erwägung ziehen.


In 3 Schritten zur Putzsanierung

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