Wärmepumpe - Vorteile, Nachteile und Preise 

Bild: Wärmepumpe im Aussenbereich Moderne Wärmepumpe | © STIEBEL ELTRON

Planen Sie den Ersatz einer Öl- oder Gasheizung durch erneuerbare Energiequellen? Doch wie funktioniert eine umweltfreundliche Wärmepumpe und welche Vorteile und Nachteile bietet sie?

Wenn die baulichen Voraussetzungen stimmen, lohnt sich häufig die Investition in eine Wärmepumpe: Denn im Betrieb ist sie die günstigste und umweltfreundlichste Heizung auf dem Markt.

Aber wie wirkt sich dies auf die Wirtschaftlichkeit und Amortisation aus? Und wie kann ich von Fördergeldern profitieren?

Inhalt

1. Allgemeines 7. Wirtschaftlichkeit
2. Funktionsweise / Bauarten 8. Mit Öl / Gas
3. Einsatzbereiche 9. Mit Photovoltaik
4. Vorteile / Nachteile 10. Wartung / Lärm
5. Kosten 11. Unsere Empfehlung
6. Förderung

Allgemeines über Wärmepumpen

Bild: Innenleben einer Wärmepumpe Wärmepumpe - Querschnitt | © Viessmann Werke

Stellen Sie sich eine Wärmepumpe wie einen Kühlschrank vor, der verkehrtherum arbeitet. Anstatt das Innere zu kühlen, entzieht sie der Umgebung Energie und wärmt damit Ihr Haus.

Die Bezeichnung der verschiedenen Wärmepumpen ist dabei folgendermassen zu verstehen: Der erste Teil der Bezeichnung (zum Beispiel Luft bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe) bezeichnet die Wärmequelle. Der zweite Teil (bei diesem Beispiel: Wasser) steht für die Wärmeverteilung.

Dabei ist eine Wärmepumpe extrem sparsam und gleichzeitig umweltfreundlich, da sie sehr wenig Strom und keinen Brennstoff benötigt. Das heisst folglich, dass sie keine Gasleitung, Öltanks und keinen Kamin erfordert, wie es bei den herkömmlichen Heizungstypen der Fall wäre. Bei einigen Arten von Wärmepumpen liegt ein weiterer Vorteil darin, dass sie auch jederzeit "umgedreht" werden können. Dann funktioniert die Wärmepumpe tatsächlich wie ein Kühlschrank und kühlt das Haus wie eine Klimaanlage.

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Funktionsweise und Bauarten der Wärmepumpe

Jede Wärmepumpe funktioniert prinzipiell gleich. Wärme aus der Umwelt (Luft, Grundwasser oder Erde) wird durch die Wärmepumpe zum Heizen oder der Warmwasserbereitung nutzbar. Ein Kältemittel wird durch ein Rohrsystem gepumpt. Der Umgebung wird durch einen Wärmetauscher thermische Energie entzogen, dadurch wird das Kältemittel um einige Grad erwärmt.

Durch einen physikalischen Vorgang wird diese Energie für die Heizung nutzbar gemacht. Das abgekühlte Kältemittel fliesst erneut in den Kreislauf. Unterschieden werden die Geräte nach der Quelle, welche die Wärmepumpe nutzt. Grundlegend gibt es vier verschiedene Möglichkeiten.

Während die meisten Wärmepumpen bisher wie traditionelle Heizungen heizen, das heisst sie schalten sich nach Bedarf an und aus, sind neuere Modelle mit Invertersteuerung anpassungsfähiger. Diese Technologie ermöglicht es der Wärmepumpe sich stufenlos an den tatsächlichen Heizbedarf anzupassen. Dadurch läuft die Wärmepumpe effizienter und hat niedrigere Geräuschemissionen.

Art der Wärmepumpe Wärmequelle Bemerkungen
Luft-Luft-Wärmepumpe Umgebungsluft Benötigt Lüftungsanlage, effizient
Luft-Wasser-Wärmepumpe Umgebungsluft Günstiger als Sole-Wasser-WP, hohe Effizienz
Sole-Wasser-Wärmepumpe Erdreich Teuer, sehr effizient
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Grundwasser Bewilligungspflichtig, sehr effizient

Luft-Luft-Wärmepumpe

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist nur in Häusern eingebaut werden, die über eine Lüftungsanlage verfügen. Sie funktioniert, indem der Abluft über einen Wärmetauscher die Wärmeenergie entzogen und diese der frischen Zuluft zugeführt wird. Über diesen Prozess kann trotz seiner Effizienz nur verhältnismässig wenig Energie übertragen werden, sodass das Prinzip der Luft-Luft-Wärmepumpe vor allem in Häusern mit Minergie-P Standard zum Einsatz kommt. In diesen Gebäuden ist der Einsatz einer Luft-Luft-Wärmepumpe aber ideal.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht die Wärmeenergie der Umgebungsluft. Da diese Wärmepumpen keine komplizierten Umbaumassnahmen erfordern, sind sie überall und kurzfristig einzusetzen und vergleichsweise günstig. Luft-Wasser-Wärmepumpen eignen sich daher ideal für das nachträgliche Einbauen und den Ersatz bestehender Heizungen. Ihr Nachteil liegt in ihrer Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur. Ab einer Aussentemperatur von minus 20 Grad Celsius funktionieren handelsübliche Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht mehr.

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Nicht von der Umgebungstemperatur abhängig und ideal für Neubauten ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe. Sie zieht die benötigte Energie direkt aus dem Erdboden. Im Gegenzug erfordert sie umfangreiche Baumassnahmen, sodass sie sich vor allem für Neubauten anbietet.

Unterschieden wird zwischen vertikalen Erdwärmesonden, die zwischen 100 und 300 Meter tief im Erdboden verlegt werden, sowie bodennah verlegten Flächenkollektoren. Beide bestehen aus einem System von Rohren, durch die eine Sole aus Wasser und Frostschutzmittel gepumpt wird, dementsprechend der Name.

Für die Tiefenbohrung ist in jedem Fall eine Bewilligung notwendig, die von Kantonen oder Gemeinden ausgestellt werden kann. Der Nachteil der Flächenkollektoren sind der grosse Flächenbedarf und die grossflächigen Erdarbeiten bei späterem Einbau.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Bei der Wasser-Wasser-Wärmepumpe wird ein vorhandenes Wasserreservoir als Wärmequelle genutzt. Im Normalfall findet hierfür eine Bohrung bis auf Grundwasserniveau statt, welches dann als Quelle dient. Das Grundwasser bietet mit seiner rund ums Jahr konstanten Temperatur eine verlässliche und erneuerbare Wärmequelle.

Ob die Nutzung gestattet wird, hängt immer von der Region und einer hydrogeologischen Prüfung ab. Mit der sich fortwährend verbessernden Technologie sind auch Systeme mit Abwasser oder Oberflächengewässern als Wärmequelle möglich.

Quelle: © STIEBEL ELTRON Schweiz / youtube.com
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Wo kann man eine Wärmepumpe einbauen?

Bild: Wärmepumpe im Haus Platzsparende Wärmepumpe | © STIEBEL ELTRON

Grundsätzlich kann eine Wärmepumpe in jedem Haus installiert werden, das bestätigen auch Experten wie der Wärmepumpendoktor. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe und Luft-Wasser-Wärmepumpe ist auch nachträglich leicht einsetzbar.

Sollten Sie ohnehin ein Heizsystem für Ihren Neubau suchen, ist der Einbau einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe oder einer Sole-Wasser-Wärmepumpe nur ein geringer Mehraufwand.

Beim Einsetzen dieser Wärmepumpen muss der Boden aufgegraben oder angebohrt werden, um die Wärmequelle zu erschliessen. Ob es lohnenswert ist, sich eine Wärmepumpe anzuschaffen, hängt von den folgenden Faktoren ab: Benötigte Temperaturen sowie den Anforderungen und Merkmalen des Hauses. Wann es sinnvoll ist, sich eine Wärmepumpe anzuschaffen, erfahren Sie im Folgenden.

Benötigte Temperaturen

Ein Argument gegen eine Wärmepumpe ist immer wieder, dass sie nur funktionieren, wenn es draussen warm ist. Dem ist nicht so. Tatsächlich funktionieren moderne Wärmepumpen auch bei Temperaturen, die unter dem Gefrierpunkt liegen. Erst bei etwa minus 20 Grad Celsius streikt die handelsübliche Luft-Wärmepumpe. Das heisst, dass bei diesen Temperaturen die Zusatzheizung der Wärmepumpe einsetzen und es somit zu einem höheren elektrischen Energieverbrauch kommen kann. In den Städten und der restlichen Schweiz schafft eine Wärmepumpe es für gewöhnlich aber auch im tiefen Winter noch für angenehme Wärme zu sorgen.

Begründet liegt dies darin, dass für das Heizen mit einer Wärmepumpe nicht die tatsächliche Temperatur wichtig ist, sondern der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Kältemittel. Auch bei einer Aussentemperatur von minus zehn Grad Celsius ist eine Wärmepumpe immer noch dazu in der Lage, der Luft thermische Energie zu entziehen.

Anforderungen im Haus

Die Anforderungen an das Haus sind relativ gering. Je nach Art der Wärmepumpe gibt es verschiedene bauliche Voraussetzungen. Wenn diese erfüllt sind, kann man die Wärmepumpe installieren. In Neubauten werden diese praktisch immer erfüllt.

Wärmepumpe im Schweizer Altbau

Bild: Wärmepumpe im Altbau Wärmepumpe für einen Altbau? | © STIEBEL ELTRON

Der Einbau einer Wärmepumpe ist auch in einem Altbau lohnenswert. Ob der Umbau allerdings möglich ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Zumeist wird im Altbau eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eingebaut, da diese am wenigsten Umbauten erfordert.

Doch auch der Einbau einer Sole-Wasser-Wärmepumpe oder einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist denkbar, sofern das Grundstück die baulichen Voraussetzungen bietet.

Wie auch bei Neubauten müssen bei Altbauten die baulichen Voraussetzungen stimmen. Idealerweise verfügt Ihre Immobilie über eine Fussbodenheizung oder andere Formen grossflächiger Konvektoren, da eine Wärmepumpe mit einer geringeren Vorlauftemperatur arbeitet als Verbrennungsheizungen. Wenn Sie über die Anschaffung einer Wärmepumpe für Ihren Altbau nachdenken, dann gibt es eine einfache Möglichkeit zu testen, ob Ihre Konvektoren ausreichen:

Stellen Sie an einem kalten Wintertag Ihren Heizkessel auf 50 Grad Celsius (je nach Gerät variiert die ideale Vorlauftemperatur für eine Wärmepumpe) und drehen Sie dann erst die Heizkörper in den Wohnräumen auf. Dies simuliert eine Wärmepumpe. Wenn dieser Heizeffekt ausreicht, spricht nichts gegen den sofortigen Einbau eine Wärmepumpe.

Anderenfalls sollten Sie sich beraten lassen, wie mit einer Anpassung der Heizkörperfläche (neue/mehr Konvektoren; Fussboden-/Wandheizung) dieses Problem behoben werden kann. Dieser Mehraufwand sollte sich nach einiger Zeit lohnen und amortisieren. 

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Vorteile und Nachteile einer Wärmepumpe

Bild: Luftwärmepumpe Luft-Wasser-Wärmepumpe | © Viessmann Werke

Die Nutzung einer Wärmepumpe ist ökologisch sinnvoll und bringt nach erfolgter Amortisation auch ökonomische Vorteile. Den massiv reduzierten Heiz-Kosten stehen ein erhöhter Stromverbrauch und eine hohe Einmalinvestition gegenüber. Dennoch ist dieser erhöhte Stromverbrauch immer noch wesentlich günstiger (bezogen auf den Lebenszyklus der Heizung) als das Heizen mit Öl oder Gas über 20 Jahre.

Eine moderne Luft-Wärmepumpe funktioniert zwar bei niedrigen Temperaturen, bei extremer Kälte (minus 20 Grad Celsius) versagen aber selbst die besten Modelle. Unter diesen Umständen wechselt die Wärmepumpe auf Strom als alleinigen Energieträger um. Die ökologischen Vorteile werden dann ins Gegenteil verkehrt.

Mit Ökostrom bleibt aber selbst in diesem Falle (beim Wechseln auf Strom als einziger Energieträger) das Heizsystem umweltfreundlich. Auch bauliche Eigenheiten können sich positiv wie negativ auf die Entscheidung hinsichtlich einer Wärmepumpe auswirken.

Vorteile einer Wärmepumpe Nachteile einer Wärmepumpe
Energiekosten sparen Hohe Investitions-Kosten
Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen und ihrer Preisentwicklung Erfordert zusätzliche Baumassnahmen
Senkung der Heizkosten, dadurch mitunter hohe Einsparungen Gegebenenfalls Geräusch-Emission
Kombinierbar mit Photovoltaik
Gesenkte CO²-Emmission
Keine Geruchs-Emission
Platzsparend
Verbessert die Wertschöpfung im Inland
Niedrigere Gesamtkosten über den Lebenszyklus

Kosten einer Wärmepumpe in der Schweiz

Doch welche Kosten kommen tatsächlich auf denjenigen zu, der sich entschliesst eine Wärmepumpe in sein Eigenheim einzubauen? Diese lassen sich in Investitions-Kosten und jährliche Betriebs-Kosten unterteilen. Zur Veranschaulichung entnehmen Sie bitte der folgenden Tabelle, welche konkreten Kosten beim Erwerb einer entsprechenden Anlage auf Sie zukommen und wie diese im Vergleich mit Öl- und Gasheizung abschneiden.

Art der Heizung
(Annahme: 20.000 kWh)
Heizkosten / Jahr Investitions-Kosten
(Ersatz für Elektroheizung)
Luft-Wasser-Wärmepumpe 1.000 CHF 32.000 CHF
Sole-Wasser-Wärmepumpe 800 CHF 48.000 CHF
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 800 CHF 60.000 CHF
Gasheizung 1.600 CHF 22.500 CHF
Ölheizung 2.200 CHF 27.000 CHF

Einbau-Kosten

Die Einbau-Kosten für eine Wärmepumpe hängen stark vom Typ ab. Während eine Luft-Luft-Wärmepumpe und Luft-Wasser-Wärmepumpe vergleichsweise teuer in der Anschaffung sind, ist die Erschliessung der Wärmequelle einfach und günstig. Dadurch erzielen sie insgesamt die geringeren Einbau-Kosten.

Für den Einbau einer Sole-Wasser-Wärmepumpe oder einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist zunächst eine Genehmigung nötig, welche mit Kosten verbunden ist. Nach der Erteilung erfolgt die Erschliessung der Wärmequelle, wodurch weitere Kosten entstehen. Diese zusätzlichen Kosten führen dazu, dass der Einbau einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe am Ende rund doppelt so teuer ist, wie der Einbau einer Luft-Luft-Wärmepumpe. Über die geringeren Betriebskosten (etwa 20 - 25 Prozent geringer) und die lange Betriebsdauer der Wärmesonden (um die 50 Jahre) amortisieren sich die Sole- und die Grundwasser-Wärmepumpe bei langer Laufzeit aber auch gegenüber der Luft-Luft-Wärmepumpe.

Laufende Kosten

Laufende Kosten lassen sich in Heiz- und Unterhalts-Kosten aufteilen. Letztere fallen dank geringer Wartungsintensität bei jedem Typ der Wärmepumpe niedrig aus und liegen im Bereich von 250 Schweizer Franken pro Jahr. Da eine Wärmepumpe nicht über Verbrennung funktioniert, fallen keine Brennstoffkosten an. Allerdings ist für den Betrieb Strom notwendig, sodass je nach Typ Strom-Kosten zwischen 800 und 1.000 Schweizer Franken im Jahr entstehen.

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Staatliche Förderung in der Schweiz

Die staatliche Förderung für Baumassnahmen und Sanierungen in der Schweiz ist höchst komplex. Jedes Kanton und in gewissen Grenzen jede Gemeinde ist berechtigt, unterschiedliche Förderungen zur Verfügung zu stellen. Eine Bundesweite Förderung existiert nicht, über das Gebäudeprogramm wird aber seit 2010 die kantonale Förderung unterstützt und mit Rahmenrichtlinien versehen.

Art der WärmepumpeBasis-Förderung pauschalBasis-Förderung nach LeistungVerfügbar in Kantonen
Luft-Wasser-Wärmepumpe 1.600 CHF 60 CHF / kW AI, AR, BE, BL, BS, FR, GL, GR, NW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, VS
Sole-Wasser-Wärmepumpe (bis 500kW) 2.400 CHF 180 CHF / kW AI, AR, BE, BL, BS, FR, GL, GR, NW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, VS
Wasser-Wasser-Wärmepumpe (bis 500kW) 2.400 CHF 180 CHF / kW AI, AR, BE, BL, BS, FR, GL, GR, NW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, VS
Bonus: Einbau Wärmeverteilsystem 1.600 CHF 40 CHF / kW AI, AR, BE, BL, BS, FR, GL, GR, NW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, VS

(Quelle: Publikationen der einzelnen deutschsprachigen Kantone, August 2018)

Der minimale Fördersatz ist seit 2015 wie folgt festgelegt: Für den Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wurde der Minimalfördersatz auf 1.600 Schweizer Franken festgelegt, zusätzlich erhält man eine Förderung in Höhe von 60 Schweizer Franken pro Kilowatt Leistung. Dieser Bonus ist durch die beheizte Fläche begrenzt, die Formel lautet: (max. geförderte Leistung) = (beheizte Fläche) * (50 W / m²). Weiterhin ist bei einem Neubau eine weitere Förderung für den Ersteinbau eines Wärmeverteilsystems in Höhe von 1.600 Schweizer Franken plus 40 Schweizer Franken pro Kilowatt Leistung möglich.

Der Minimalfördersatz für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe oder eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist nach der Leistung der Anlage gestaffelt. Für eine Leistung bis 500 Kilowatt erhält man eine Förderung von 2.400 Schweizer Franken plus 180 Schweizer Franken pro Kilowatt Leistung. Ab einer Leistung von 500 Kilowatt beträgt die Förderung 42.400 Schweizer Franken plus 100 Schweizer Franken pro Kilowatt Leistung.

Da Anlagen dieser Grösse aber in keinem Privathaushalt zu finden sind, sind sie nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. Dieselbe Beschränkung nach beheizter Fläche wie bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe gilt auch in diesem Fall, ebenso der Bonus bei einer Ersteinrichtung. Im speziellen Fall kann die Förderung aber je nach Kanton von diesen Richtlinien abweichen, sodass sich in jedem Fall eine Beratung zu diesem Thema anbietet.

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Wirtschaftlichkeit und Amortisation

Bild: Wärmepumpe Wirtschaftlichkeit Amortisation einer Wärmepumpe | © Zerbor / fotolia.com

Vergleicht man die Investitions-Kosten einer Wärmepumpe, mit denen für eine Ölheizung oder Gasheizung, scheint eine Wärmepumpe unverhältnismässig teuer. Doch darf man die laufenden Kosten nicht ausser Acht lassen. Eine Heizung baut man nicht nur für ein Jahr ein, sondern für eine durchschnittliche Betriebsdauer von 20 Jahren.

Die Grafik oben zeigt deutlich, dass sich der Einbau der Wärmepumpe gegenüber einer Ölheizung bereits nach vier Jahren amortisiert hat. Eine Gasheizung erzielt bei einer Laufzeit von neun Jahren identische Kosten.

Dabei ist zu bedenken, dass diese Rechnung konstante Öl- und Gaspreise voraussetzt, von denen eine Wärmepumpe vollständig unabhängig ist. Woran eine Wärmepumpe gebunden ist, ist Strom. Sofern man also nicht parallel eine Solaranlage betreibt, ist man nach wie vor von den Strompreisen abhängig.

Um die Wirtschaftlichkeit sicher zu stellen, sollte man eine Wärmepumpe mit einer Leistungszahl (COP) von mindestens vier erwerben. Gerade bei grossen Gebäuden steigt der effektive Nutzen einer Wärmepumpe noch einmal enorm an, wobei diese Geräte mit einer Leistung von 100 Kilowatt und mehr nicht mehr für den Privathaushalt gedacht sind.

Wann sollte ich eine Wärmepumpe kaufen?

Da die Anschaffung einer Wärmepumpe vergleichsweise kostenintensiv ist, ist eine Wärmepumpe immer eine Investition in die Zukunft. Bei Aufwand und Kosten eines Neubaus, ist der Einsatz einer Wärmepumpe besonders lohnenswert. Mit dieser Investition erschliessen Sie eine nahezu unbegrenzte Energiequelle, die direkt auf Ihrem Grundstück liegt und den Wert Ihrer Immobilie von Generation zu Generation steigert. Falls Sie nicht bauen, sondern über die Sanierung eines bestehenden Altbaus nachdenken, ist die Lektüre des nächsten Abschnitts zu empfehlen.

Dann lohnt sich die Wärmepumpe

Bild: Ideen Icon
  • Sie möchten langfristig Heizkosten sparen und etwas für die Umwelt tun
  • Sie möchten unabhängiger von schwankenden Brennstoffpreisen sein
Bild: Übersicht zur Amortisation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe Die Amortisation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Vergleich zur Öl-und Gasheizung | © Energieheld

Die hier gezeigte Amortisationsrechnung beruht auf der Annahme, dass eine vorhandene Elektroheizung gegen eine Wärmepumpe oder gegen eine Öl- / Gasheizung getauscht werden soll. Die berücksichtigten Kosten enthalten den Einbau aller Anlagen, die Energiekosten und die Kosten für die jährliche Wartung. Im Falle von Öl und Gas wurde auch berücksichtigt, dass ein Öltank installiert oder ein Gasanschluss gelegt werden muss.


Kombination mit einer Ölheizung oder Gasheizung

Bei einigen Anwendungen kann es Sinn machen, eine Wärmepumpe mit einer Öl- oder Gasheizung zu kombinieren, um die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage zu erhöhen, wenn nicht alle Spitzenlasten im Vorfeld absehbar sind. In einem Mehrfamilienhaus ist dann beispielsweise die Wärmepumpe für die tägliche Grundlast zuständig, die auch über das Jahr hinweg relativ konstant bleibt, während die Gasheizung (oder Ölheizung) nur «einspringt», wenn der Wärmebedarf kurzfristig ansteigt.

In Einfamilienhäusern sind solche Kombinationen eher selten, obgleich ein sogenannter Wärmepumpen-Boiler angeschafft werden kann, um die Abwärme der bestehenden Zentralheizung für die Trinkwassererwärmung zu nutzen. Solch eine Lösung wäre besonders dort zu empfehlen, wo die bestehende Ölheizung oder Gasheizung noch relativ neu ist und noch nicht ausgetauscht werden soll.

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Wärmepumpe mit Photovoltaik-Strom nutzen

Wenn Sie einen Grossteil des Stroms für die Wärmepumpe selbst produzieren möchten, bietet sich die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage an. Diese versorgt die elektrischen Komponenten der Wärmepumpe mit emissionsfrei erzeugtem Solarstrom, sodass Sie praktisch doppelt umweltfreundlich heizen. Zudem senken Sie die Betriebskosten für Ihre Wärmepumpe und erhöhen gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage.

Abhängig von Leistung der Anlage und der Jahreszeit können zwischen 30 und 70 Prozent des Strombedarfs der Wärmepumpe sinnvoll durch Solarenergie gedeckt werden. Weil sich der sogenannte Wärmepumpen-Tarif der Energieversorger immer weiter dem Preis für normalen Haushaltsstrom annähert, können hier Kosten gespart werden. Die Kombination ist insbesondere auch deshalb empfehlenswert, da sich der Eigenverbrauch der Solaranlagen durch den Einsatz von Wärmepumpen signifikant steigern lässt. Ein weiterer Anreiz sind die attraktiven Fördermöglichkeiten für Photovoltaik-Anlagen.

Zusätzlich lässt sich die gesamte Installation um einen Solarstromspeicher erweitern, sodass der gewonnene Strom auch dann genutzt werden kann, wenn die Sonne nicht scheint. Insbesondere in den Wintermonaten, wenn die Wärmepumpe am häufigsten genutzt wird, steigert das nochmals die Effizienz der gesamten Anlage.


Sonstiges: Wartung und Lärm

Bild: Wärmepumpe Lärm und Wartung Wie laut ist eine Wärmepumpe? | © Pabkov / fotolia.com

Eine Wärmepumpe ist ein extrem wenig anfälliges Gerät und es gibt keine vorgeschriebenen Wartungszeiträume. Dennoch unterliegt auch eine Wärmepumpe einem regulären Verschleiss, sodass es empfehlenswert ist die Wärmepumpe jährlich warten zu lassen und dabei die folgenden Teile überprüfen zu lassen: Kältemittelkreislauf. Mechanik. Druck und Temperatur.

Ein Aspekt der nicht vernachlässigt werden darf, ist der von einer Wärmepumpe erzeugte Lärm. Dieser ist gerade bei einer aussenstehenden Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht zu vernachlässigen und kann zu Ärger mit den Nachbarn führen. Aufgrund von Vorschriften haben sich die Lärmemissionen bereits stark reduziert: Der Planungswert für Lärmimmission liegt in der Schweiz für Wohngebiete bei 55 Dezibel am Tag und 45 Dezibel nachts. Nach Möglichkeit sollte man aber darauf achten, eine leisere Anlage zu erwerben, da auch eine dauerhafte Beschallung mit 45 Dezibel unangenehm sein kann.


Unsere Empfehlung

Dass die Wärmepumpe, sofern mit Ökostrom betrieben, die mit Abstand sauberste Methode zu Heizen ist, muss nicht diskutiert werden. Selbst ohne die Nutzung von Ökostrom ist sie immer noch sauberer als jede herkömmliche Verbrennungsheizung. In jedem Haus einbaubar, macht die Wärmepumpe trotz ihrer minimal höheren Investitionskosten nach wenigen Jahren allen Alternativen auch ökonomisch Konkurrenz.

Selbst in alten Bauernhäusern lässt sich eine Wärmepumpe mit kleineren Umbauten problemlos einsetzen. Dazu kommt, dass es für jede Art Haus die richtige Art von Wärmepumpe gibt. In einem Minergie-P Bau lässt sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe in das Lüftungssystem einbauen. Bei einem Neubau bietet sich die Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe an. Und sollten Sie keine Genehmigung für diese bekommen oder in ein bestehendes Gebäude eine neue Heizung einbauen wollen, ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die beste Option.

Tipp: Wenn Sie Ihre Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage kombinieren, heizen Sie nicht nur sehr umweltfreundlich, auch die Betriebskosten sind dann deutlich geringer.


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Geschrieben von:
Philipp Kloth

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