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Solarthermie in der Schweiz - eine Übersicht

Bild: Solarthermie in der Schweiz Typische Solarthermie-Anlage | © reimax / fotolia.com

Mit einer Solarthermie-Anlage können Sie die Sonnenenergie nutzen zur Warmwasseraufbereitung im Haushalt oder als Unterstützung fürs Heizen und das Warmwasser.

Doch wie funktioniert eine Solarthermieanlage eigentlich? Und welche Förderungen gibt es?

Und wieso verdrängen Photovoltaikanlagen zunehmend die Solarthermie?

Inhalt

1. Allgemeines 5. Kosten
2. Funktionsweise 6. Wirtschaftlichkeit
3. Varianten 7. Förderung
4. Wasserspeicher
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Allgemeines über Solarthermie

Bild: Typischer Solarkollektor einer Solarthermie-Anlage Informationen zur Solarthermie | © Eberhard RUDERT / fotolia.com

Als Solarthermie wird die Umwandlung von Sonnenstrahlung in Wärme bezeichnet. Dabei steigt die Menge der gewonnenen Energie sowohl mit der Zahl der Sonnenstunden als auch mit der Intensität der Einstrahlung.

Die Installation von Solarthermie-Anlagen lohnt sich also vor allem in Gegenden mit hoher jährlicher Sonnenstrahlung. Die so gewonnene Energie kann sowohl zur Erzeugung von Warmwasser als auch zur Heizungs-Unterstützung genutzt werden.

Die Solarthermie nutzt die Kraft der Sonne zur Energieerzeugung und ist damit eine der zukunftsweisenden Technologien im Energiesektor. Denn die fossilen Energieträger sind endlich und ausserdem forcieren sie den Klimawandel. Die Sonne als Energiequelle steht dagegen noch viele Millionen Jahre zur Verfügung und ihre Energie ist kostenlos. Ausserdem ist die Nutzung der Sonne zur Energieerzeugung klimaneutral und damit eine umweltfreundliche Alternative zu den fossilen Energieträgern.

Photovoltaik als alternative Solaranlage

Photovoltaik ist eine Technologie, die der Solarthermie in gewisser Hinsicht ähnelt. Auch sie erzeugt Energie aus Sonnenstrahlung. Allerdings wird Strom statt Wärme erzeugt, der im eigenen Haushalt genutzt oder gegen eine Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist werden kann.

Auch die Photovoltaik ist eine zukunftsweisende Technologie, da sie klimaneutral ist. Damit ist sie als Bestandteil der Energiewende unverzichtbar und wird deshalb in der Schweiz staatlich gefördert. Allerdings entfallen nur 15 Prozent des Energiebedarfs auf Strom. Die restlichen 85 Prozent entfallen auf Heizung und Warmwasser.

Vor diesem Hintergrund könnte man meinen, es mache Sinn, die Wärmegewinnung im eigenen Haus mit einer Solarthermie-Anlage zu optimieren. Dem ist jedoch nicht so. Tatsächlich lohnt es sich mehr, eine Wärmepumpe über Solarstrom zu betreiben und das Warmwasser dann über die Wärmepumpe zu erzeugen.

Unter anderem aus diesem Grund verdrängt die Photovoltaik auch zunehmend die Solarthermie. Dazu kommt, dass die Photovoltaik die wartungsärmere Technologie ist, da sie ohne Flüssigkeitskreislauf auskommt. Somit ist die Photovoltaik aus wirtschaftlicher Sicht der Solarthermie meistens vorzuziehen.

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So funktioniert Solarthermie

Bild: Funktionsweise einer Solarthermie-Anlage Funktion einer Solarthermie-Anlage | © arahan / fotolia.com

Der Solarthermie liegt ein relativ einfaches Funktionsprinzip zugrunde. Sie wandelt Sonnenenergie in thermische Energie, also Wärme um. Dabei werden die Strahlen von Solarkollektoren absorbiert.

Diese erhitzen dann ein Wärmespeichermedium (beispielsweise ein Wasser-Polenglykol-Gemisch), das mit einer Pumpe durch ein Leitungssystem in einen Wärmetauscher geleitet wird. Dieser gibt die thermische Energie an Brauchwasser und Heizungssystem ab.

Dieser Speicher ermöglicht es zudem, tagsüber gewonnene Wärme auch nachts zu nutzen. Mit einer Solarthermie-Anlage können in der Schweiz jährlich zwischen 900 und 1.200 Kilowattstunden Wärme pro Quadratmeter erzeugt werden. Das reicht zwar nicht, um den kompletten Bedarf für Warmwasser und Heizung zu decken. Es senkt die Ausgaben für Heizung und Warmwasser aber deutlich und ist zudem umweltfreundlich.


2 Varianten: Warmwasser und Heizungs-Unterstützung

Es gibt zwei Arten von Solarthermie: Zum einen gibt es Anlagen, die ausschliesslich im Bereich der Warmwasser-Bereitung zum Einsatz kommen. Zum anderen gibt es Solarthermie-Anlagen, die neben der Warmwasser-Bereitung zusätzlich auch der Heizungs-Unterstützung dienen.

Solarthermie für Warmwasser-Bereitung

Solarthermie im Bereich der Warmwasser-Erzeugung produziert Warmwasser für Dusche, Badewanne und Waschbecken, sodass hier bis zu 50 Prozent des jährlichen Bedarfs gedeckt werden können. Den Rest übernimmt weiterhin die Zentral-Heizung. Zur Erzeugung von Warmwasser für ein Einfamilienhaus benötigt eine Solarthermie-Anlage meist nicht mehr als Sechs Quadratmeter Dachfläche.

Um die eigentliche Heizung auch bei der Raumwärme zu unterstützen, werden zusätzliche 4 bis 8 Quadratmeter Solarthermie-Kollektoren benötigt.

Solarthermie zur Heizungs-Unterstützung

Bild: Schema Solarthermie-Anlage Solarthermie-Anlage zur Heizungs-Unterstützung | © egm / fotolia.com

Die Solarthermie eignet sich über die reine Warmwasser-Bereitung hinaus auch zur Heizungs-Unterstützung (Raumwärme). Wer diesen Schritt gehen möchte, braucht allerdings nicht nur eine entsprechend grosse Kollektorfläche, um die nötige Sonnenenergie zu absorbieren.

Man benötigt auch eine zusätzliche Heizung zur Bedarfsdeckung an Warmwasser und Heizwärme in Zeiten schwacher Sonnenstrahlung. Eine vollständige Abdeckung des Warmwasser- und Wärmebedarfs ist in der Schweiz also nicht möglich. Es können aber ca. 20 Prozent des Heizwärmebedarfs abgedeckt werden.

In Häusern, die zusätzlich gut gedämmt sind, kann der Anteil an der Bedarfsdeckung sogar bis zu 80 Prozent betragen. Allerdings wird hier neben grossen Kollektorflächen ein grosser saisonaler Pufferspeicher benötigt. Dadurch steigen die Investitionskosten enorm an. Ausserdem kommt es in Monaten mit hoher Sonnenstrahlung zu grossen Energieüberschüssen und der Nutzungsgrad sinkt. Das wirkt sich genau wie die hohen Investitionskosten negativ auf die Rentabilität aus. Eine Amortisierung ist so nicht möglich.

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Welche Variante wählen?

Die Frage, welche Solarthermie-Anlage man sich zulegen sollte, ist letztlich nicht pauschal zu beantworten, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt. Dazu gehören neben den Investitionskosten und der individuellen Bedarfslage auch die zu erwartende jährliche Sonnenstrahlung und der Dämmungsgrad des Gebäudes.

Auch die zur Verfügung stehende Fläche für die Installation von Kollektoren und die räumlichen Möglichkeiten zur Unterbringung des Pufferspeichers spielen eine wichtige Rolle. Dazu kommt die Frage, inwieweit man den Umweltschutz voranbringen möchte. Je mehr Energie über die Solarthermie gewonnen werden kann, desto weniger werden fossile Energieträger benötigt.

Variante VorteileNachteile
Warmwasser

Umweltfreundlich

Hoher solarer Deckungsgrad

Geringe Einsparungen

Heizungs-Unterstützung

Umweltfreundlich

Liefert zusätzlich zum Warmwasser auch Heizwärme

Hohe Investitionskosten

Speicher für Warmwasser und Raumwärme (Pufferspeicher)

Um tagsüber gewonnene Sonnenwärme auch abends nutzen zu können, werden sogenannte Pufferspeicher, bzw. Warmwasserspeicher eingesetzt.

Welche Art von Solarspeicher infrage kommt, hängt letztlich vom Verwendungszweck, den Kosten und den räumlichen Gegebenheiten ab. Sicher ist allerdings, dass man einen Solarspeicher braucht, weil die Solarenergie nur am Tage bei Sonnenschein gewonnen werden kann. Damit sie bei Bedarf auch abends genutzt werden kann, muss sie irgendwo gespeichert werden. Die verschiedenen Speichertypen und ihre Vor- und Nachteile sollen im Folgenden vorgestellt werden.

Warmwasserspeicher

Der Warmwasserspeicher dient ausschliesslich der Warmwasser-Bereitung. Der einfache Warmwasserspeicher zur Warmwasserspeicherung ist in der Anschaffung preiswert, kann aber nur warmes Trinkwasser bereitstellen.

Pufferspeicher

Der Pufferspeicher dient ausschliesslich der Heizungs- Unterstützung und ist ein mit Isoliermaterial effizient gedämmter, 500 bis 1.000 Liter grosser Tank. Er eignet sich besonders für grössere Solarthermie-Anlagen. Dabei zirkuliert das Heizungswasser zwischen Heizkörpern und Speicher. Ausserdem können an den Pufferspeicher neben der Solarthermie-Anlage auch andere Heizungen (Gas, Öl, Pellets, Wärmepumpe etc.) angeschlossen werden.

Kombispeicher

Das am meisten ausgereifte Speichersystem auf dem Markt ist wohl der Kombispeicher. Er hat ein Doppelkammersystem, das Trink- und Heizungswasser getrennt erwärmt und speichert und nicht nur platzsparend ist, sondern durch seine geringe Oberfläche auch weniger Wärmeverlust hat.

Es gibt zwei Varianten des Kombispeichers. Bei der einen wird der Warmwasserspeicher innerhalb des Pufferspeichers installiert. So können Warmwasser und Heizungswasser gleichzeitig von der Solarthermie-Anlage erhitzt werden. Die andere erhitzt das Warmwasser nach dem Durchflussprinzip.

Welchen Speicher brauche ich?

Bild: Typischer Kombispeicher Kombispeicher | © Buderus / bbt.kittelberger.net

Dass es sich bei den Speichersystemen um absolut notwendige Technikkomponenten handelt, liegt auf der Hand. Die zentrale Frage, die sich stellt ist, welchen Speicher man für sein Eigenheim wählen sollte.

Pauschal lässt sich das nur schwer beantworten. Letztlich kommt es bei der Beantwortung der Frage auf die individuellen Bedürfnisse an. Einfache Warmwasserspeicher sind preiswert in der Anschaffung, können aber ausschliesslich Warmwasser speichern. Sie eignen sich daher nur dann, wenn man keinen zusätzlichen Speicher für Heizungswasser benötigt.

In Verbindung mit einem normalen Pufferspeicher benötigen sie eine recht kostspielige Montage und Steuerungstechnik. Die Anschaffung eines Pufferspeichers lohnt sich vor allem für grössere Solarthermie-Anlagen und wenn noch andere Heizungen daran angeschlossen sind. Der Kombispeicher ist zwar teurer als einfache Solarspeicher, spart allerdings Platz, hat weniger Oberfläche und somit weniger Strahlungsverluste. Darüber hinaus ist die Montage und Steuerung nicht so aufwendig.

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Kosten für Solarthermie-Anlagen in der Schweiz

Die Kosten einer Solarthermie-Anlage richten sich danach, für welche Bauart man sich entscheidet. Generell gilt: Nutzt man die Solarthermie ausschliesslich für die Warmwasser-Bereitung, liegen die Kosten für die Anschaffung samt Installation niedriger als bei einer Nutzung für Warmwasser und Heizungs-Unterstützung. Das liegt an der je nach Nutzung und Bedarf unterschiedlichen Grösse der Kollektorfläche und des Pufferspeichers.

Solarwärme für Warmwasser

Die Kosten einer Solarthermie-Anlage für ein Einfamilienhaus in der Schweiz können nicht pauschal benannt werden. Sie hängen davon ab, wie viele Personen in dem Haus wohnen und wie viel Bedarf an Warmwasser sich daraus ergibt. In dem hier folgenden Beispiel werden die Kosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus von 140 Quadratmetern mit 4 Personen-Haushalt, einer Kollektorfläche von 6 Quadratmetern und einem Pufferspeicher von 600 Litern zugrunde gelegt. Die Kosten für dieses Beispiel liegen für die schlüsselfertige Solarthermie-Anlage bei 16.000 Schweizer Franken. Dabei teilt sich die Summe in 10.400 Schweizer Franken für Material und 5.400 Schweizer Franken für Arbeitsleistung auf. Nicht mit einberechnet wurden mögliche Förderungen.

Solarthermie für WarmwasserEinbau-KostenGesamt-Kosten
10.500 CHF 5.500 CHF 16.000 CHF

Solarwärme für Warmwasser und Heizung

Wer einen Schritt weitergehen und die Solarthermie zusätzlich zum Heizen nutzen möchte, muss bei der Anschaffung und Installation mehr Geld investieren. Auch hier wird der Berechnung ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer Grösse von 140 Quadratmetern mit 4 Personen-Haushalt zugrunde gelegt. Die Kollektorfläche liegt hier jedoch bedarfsbedingt bei 10 Quadratmetern und der Pufferspeicher hat ein Volumen von 1.000 Litern. Die Kosten für die schlüsselfertige Anlage liegen bei 27.500 Schweizer Franken. Davon entfallen 15.000 Schweizer Franken auf das Material und 12.500 Schweizer Franken auf die Arbeitsleistung. Auch hier gilt: Mögliche Förderungen wurden nicht mit einberechnet.

Davon Material Davon ArbeitsleistungKosten Solarthermie Warmwasser und Heizung
15.000 CHF 12.500 CHF 27.500 CHF

Betriebskosten

Bild: Geld sparen mit Solarthermie Betriebskosten senken | © Alexas_Fotos / pixabay.com CC0

Die laufenden Betriebskosten für eine Solarthermie-Anlage sind relativ überschaubar. Da die Solarthermie mithilfe der Sonnenenergie betrieben wird, fallen lediglich geringe Wartungskosten für die Anlage an.

Die wenigen Wartungsarbeiten sollten allerdings in regelmässigen Abständen von einem Fachmann durchgeführt werden, um die Funktionsfähigkeit der Anlage zu erhalten.

Im Rahmen der Wartungsarbeiten wird unter anderem geprüft, ob der Wärmemittelkreislauf dicht ist und ob der Frost- und Korrosionsschutz gewährleistet ist. Die Kosten für die Wartung liegen ausgehend von einem jährlichen Wartungsintervall durchschnittlich bei ca. 100 Schweizer Franken inklusive der Ersatzteile. Ausserdem sollte die Anlage gegen Elementarschäden wie beispielsweise Hagel, Schnee, Sturm oder Blitzschlag versichert werden. In den meisten Kantonen ist eine solche Gebäudeversicherung ohnehin obligatorisch.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Eine genaue Angabe zu den Kosten einer solchen Versicherung lässt sich hier allerdings nicht machen, da das Versicherungsrecht sowie die Höhe der Abdeckung von Gebäudeschäden und Eigenanteil kantonal unterschiedlich geregelt sind. Eine Auflistung der Kosten, die allen Fällen gerecht wird, würde hier den Rahmen sprengen.

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So viel sparen Sie mit Solarthermie

Das Potenzial zur Einsparung von Kosten hängt davon ab, für welche Variante der Solarthermie man sich entscheidet. So liegen die Investitionskosten für eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasser-Bereitung deutlich unter denen einer Anlage zur zusätzlichen Heizungs-Unterstützung. Ausserdem haben der Bedarf an Warmwasser und der Wärmebedarf Auswirkungen auf die Kosten. Das liegt in erster Linie an der unterschiedlichen Dimensionierung von benötigter Kollektorfläche und Pufferspeicher und den damit verbundenen Investitionskosten.

Mit einer Solarthermie-Anlage sparen Sie je nachdem, ob Sie sich für eine Anlage zur ausschliesslichen Warmwasser-Bereitung oder für eine Anlage zur Warmwasser-Bereitung und Heizungs-Unterstützung entscheiden in einem Bestandsbau mit 4 Personenhaushalt, 140 Quadratmetern Wohnfläche und einem Energiebedarf von 20.000 Kilowattstunden / Jahr im Durchschnitt jährlich zwischen 150 und 500 Schweizer Franken im Vergleich zu einem normalen Öl Brennwertkessel. Demgegenüber stehen allerdings die Investitionskosten für die Anschaffung der Solarthermie-Anlage sowie die zusätzliche Wartung der Anlage (ca. 100 Schweizer Franken) und die Kosten für eine Versicherung. Die Investitionskosten liegen bei 16.000 Schweizer Franken für die Warmwasser-Bereitung und bei 27.500 Schweizer Franken für eine Anlage mit zusätzlicher Heizungs-Unterstützung.

Solarthermie-AnlageEinsparungen bei einer bestehenden Ölheizung
Warmwasser 165 CHF bei 3.000 kWh Warmwasser (50 % Einsparung)
Warmwasser und Heizungsunterstützung 440 CHF bei 20.000 kWh Wärmebedarf (20 % Einsparung)

Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich Solarthermie?

Die Rentabilität einer Solarthermie-Anlage hängt letztlich davon ab, ob Sie sich für eine Solarthermie zur ausschliesslichen Warmwasser-Bereitung oder für eine Solarthermie mit zusätzlicher Heizungs-Unterstützung entscheiden. Ausserdem ist sie von der Höhe des Warmwasserverbrauchs und des Wärmebedarfs sowie dem solaren Deckungsgrad abhängig. Darüber hinaus spielt natürlich die Dämmung eine wichtige Rolle. In nicht gedämmten Altbauten und normal gedämmten Bestandsbauten amortisiert sich die Investition naturgemäss deutlich eher als in Neubauten nach Minergie Standard.

Warmwasser-Bereitung

Eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasser-Bereitung in Kombination mit einer Ölheizung rentiert sich bei einem jährlichen Warmwasserbedarf eines Vierpersonenhaushalts von 3.000 Kilowattstunden aufgrund der hohen Investitionskosten nur durch Förderung nach Harmonisiertem Fördermodell (HfM, Förderungstyp M-08) auch nach 40 Jahren noch nicht. Dabei liegt die Lebensdauer einer solchen Anlage ohnehin nur bei 25 - 30 Jahren.

GebäudeJahr

Warmwasser mit Öl

Warmwasser mit Öl und Solar

EFH, 4 Personen, Warmwasserbedarf:

3.000 kWh / Jahr

1 2.200 CHF 15.500 CHF
5 11.500 CHF 24.500 CHF
10 24.200 CHF 36.800 CHF
15 38.300 CHF 50.300 CHF
20 54.000 CHF 65.300 CHF

Somit kann sich eine solche Anlage lediglich über zusätzliche kommunale Förderungen, Synergieeffekte (Längere Lebensdauer des Brennwertkessels durch Entlastung und längere Wartungsintervalle) und mögliche Steuerabzüge amortisieren.

Heizungs-Unterstützung

Eine Anlage zur Warmwasser-Bereitung und Heizungs-Unterstützung mit Ölheizung inklusive Förderung nach Harmonisiertem Fördermodell (Förderungstyp M-08) rentiert sich bei einem 140 Quadratmeter Haus mit Vierpersonenhaushalt und einem Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden im Jahr gegenüber einem Ölkessel erst nach über 20 Jahren. Da die Lebensdauer der Anlage bei ca. 25 bis 30 Jahren liegt, kann es passieren, dass man unterm Strich sogar Minus macht.

GebäudeJahrHeizkosten mit ÖlHeizkosten mit Öl und Solar

Wenig Dämmung, 140 m² Fläche, 4 Personen, Wärmebedarf: 20.000 kWh / Jahr

1 2.200 CHF 24.900 CHF
5 11.500 CHF 32.700 CHF
10 24.200 CHF 43.400 CHF
15 38.300 CHF 55.200 CHF
20 54.000 CHF 68.200 CHF

Über zusätzliche kommunale Förderungen, Synergieeffekte (längere Lebensdauer des Brennwertkessels durch Entlastung und längere Wartungsintervalle) und mögliche Steuerabzüge kann die Rentabilität der Anlage aber weiter gesteigert werden, sodass sie sich früher amortisiert.

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Förderung für Solarthermie in der Schweiz

Bild: Förderung in der Schweiz Förderung in der Schweiz | © Alexas_Fotos / pixabay.com CC0

In der Schweiz gibt es für die Solarthermie verschiedene Möglichkeiten der Förderung. Das zentrale Fördermodell ist das Harmonisierte Fördermodell der Kantone.

Zusätzlich gibt es kommunale Fördermodelle und die Möglichkeit, die Investitionskosten der Solarthermie-Anlage steuerlich abzuziehen. Die unterschiedlichen Förderungen sind je nach Kanton kombinierbar. Allerdings wird die Solarthermie nicht in allen Kantonen gefördert.

Die Förderung für Solarthermie variiert in der Schweiz von Kanton zu Kanton. Generell liegt die kantonale Förderung für Solarthermie nach dem Harmonisierten Fördermodell (HFM 2015) bei etwa 20 Prozent der Investitionskosten (HFM Förderungstyp M-08). Die Förderung kann jedoch je nach Kanton deutlich von diesem Wert abweichen. Grundsätzlich steht es den Kantonen frei, den Betrag ohne weitere Bedingungen zu erhöhen.

Ausserdem kann die Förderung über Boni für umfassende Gebäudesanierungen (Bouns Gebäudehülleneffizienz M-14 oder Bonus Gesamtenergieeffizienz M-15) weiter gesteigert werden. Es ist allerdings nur einer der beiden Boni mit dem Fördermodell M-08 kombinierbar. Die Höhe des Beitrags wird von den Kantonen bestimmt und kann deshalb hier nicht genau wiedergegeben werden. Der Minimal-Fördersatz beträgt 1.200 Schweizer Franken.

Dazu kommen 500 Schweizer Franken je Kilowatt Leistung der Solarthermie-Anlage. Um Fördergelder nach Harmonisiertem Fördermodell zu beziehen, muss das Gesuch vor Beginn der Installation eingereicht werden und die Bestätigung für das Vorhaben muss vor Baubeginn vorliegen. Ausserdem müssen die Kollektoren der Solarthermie-Anlage für die Förderung zugelassen sein und es muss eine validierte Leistungsgarantie der Anlage vorliegen.

Es werden nur neue Anlagen oder Anlagenerweiterungen mit mindestens 2 Kilowatt thermischer Nennleistung gefördert (bzw. 2 Kilowatt zusätzlicher Nennleistung bei Anlagenerweiterungen). Zusätzlich lässt sich die Förderung des Harmonisierten Fördermodells in einigen Kantonen noch mit kommunalen Förderungen kombinieren. Eine detaillierte Auflistung dieser Förderungen kann hier jedoch nicht stattfinden. 

FörderungBezeichnungFörderobjektArt der FörderungFörderbetrag MinimumKantone, die Solarthermie fördern
Harmonisiertes Fördermodell der Kantone 2015 M-08 Solarthermie
(Solarkollektor)
Gebäudesanierung mit Einzelmassnahmen

Etwa 20% der Investitionskosten. Minimalbetrag: 1.200 CHF + 500 CHF / KWth

AI, AR, BE, BL, BS, FR, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, VS

(Quelle: Publikationen der einzelnen deutschsprachigen Kantone, August 2018)

Steuerliche Vorteile

Grundsätzlich sind die Investitionskosten für Solarthermie-Anlagen auf Bundesebene steuerlich abziehbar. Dies gilt aber nur für den Ersatz veralteter Heizungen, wie etwa Gas- oder Ölheizungen. Allerdings können bei der Nutzung anderer Förderungen nur die Differenzbeträge abgezogen werden. Das heisst, dass sich die steuerlichen Abzüge auf die Gesamtkosten minus der Förderbeträge beziehen. Im Übrigen ist die Höhe der Steuerabzüge auch vom jeweiligen Einkommen des Eigenheimbesitzers abhängig. Die Steuerabzüge auf kantonaler Ebene unterliegen den Steuergesetzen der jeweiligen Kantone.

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Geschrieben von:
Philipp Kloth

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